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Autor Thema: [Si]Carracáin, erster Charakter von CrystalPhoenix  (Gelesen 10169 mal)

CrystalPhoenix

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So, ich habe mich dazu entschieden, jetzt mal meinen Charakter online zu stellen, ich hoffe er gefällt euch, und ihr könnt euch vorstellen, ihn im RPG zu haben :)



Name: Carracáin [vom irischen carracán was soviel wie Felsen oder Felsblock bedeutet]

Geschlecht: Männlich

Rasse: Düsterwald-Elb

Alter: etwa 420 Jahre

Geburtsort: Ein kleines Dorf in den Gefilden des Düsterwaldes, nah am Düsterwald-Gebirge
Vollwaise

Start: Erebor

Aussehen:
-ca. 1.90 groß
-Tiefschwarze Haare
-Sehnig, aber nicht sehr muskulös
-Graues Auge
-Über die linken Gesichtshälfte ist eigentlich immer eine Binde aus schwarzer Seide gespannt, doch wenn er sie abnimmt, sieht man das ganze Ausmaß seines Kampfes mit dem Raben: Fast die gesamte linke Gesichtshälfte ist abgestorben und verwachsen, und in der Augenhöhle an sich steckt eine Art Glasauge aus Saphir. Um das Auge herum ziehen sich dicke Adern, die manchmal aufplatzen.

Kleidung/ Ausrüstung:
- Einfaches, schwarzes Lederwams und eine ebenfalls schwarze Wollhose
- Um die Tallie bis zum Bauchnabel eine Binde aus schwarzer Wolle
- Leichter Brustpanzer aus grauem Stahl, mit Kristallsplittern übersät
- Langer Umhang, der an der einen Schulter mit einer Brosche aus Kristall befestigt ist.
- Beutel/ Rucksack aus schwarzem Leder, in ihm befinden sich viele Kristalle, Smaragde, Rubine und andere Edelsteine sowie ein Fläschchen erlesenster Tinte, so violett, dass man den Unterschied zu schwarz fast nicht bemerkt
- Lange, Indigoblau schillernde Feder  (dient als Zeicheninstrument)
- Sein Absoluter Vermögenswert, aber ebenso absolut unbezahlbar. Außerdem würde Carracáin es eh nie abgeben:  Sein Schwert Crólair    [Das Wort ist eine Kombination aus dem irischen cró - Blut und dem schottischen iolair - Adler]

(Wie ihr merkt ist bei dem Typen alles schwarz... das ist durchaus beabsichtigt! Diese Vorliebe für schwarz erklärt sich durch das traumatische Ereignis mit dem Vogel. Da er die schwerste Verletzung von diesem Vogel beigebracht bekommen hat, geht er unterbewusst davon aus, in schwarz ebenfalls gefährlich zu sein.)


Charakter:
Carracáin ist überaus schüchtern! Er ist zwar nicht verschlossen (hach es gibt soo viele verschlossene Einzelgänger in diesem RPG), aber da er über 300 Jahre keinen Kontakt mit einem denkenden Wesen hatte, sind seine sozialen Gefühle verkümmert. Er ist aber sehr froh, wenn ihn jemand anspricht, denn er selber wagt es nicht, z.B. irgendwo mit zureden. Humor hat Carracáin übrigens auch keinen. Er lacht einfach da mit, wo andere auch lachen, aber seinen Sinn für Spaß und Freude muss er sich wohl erst wieder antrainieren.



Fertigkeiten

+ Carracáin kann sehr gut schmieden!
+ Carracáin besitzt ein ausgesprochenes Talent für Kunst. Seine Zeichnungen sind verblüffend real, und die Dinge die er schmiedet sind durch eine besondere Kunstfertigkeit gezeichnet.
+ Akzeptiert Zwerge
+ Sein Saphirauge ist ziemlich beeindruckend.
+ Er ist relativ reich
+ Er kann viel Blut verlieren! Durch seinen jahrhundertelangen Kampf gegen seine Wunden, ist Blut und Blutverlust für ihn kein Problem mehr. Auch hat er Mittelchen für schnellere Gerinnung dabei.



- Carracáin kann nicht kämpfen! Egal welche Waffe er wählt, seine Muskeln sind nicht fürs     
  Kämpfen ausgerichtet, und Technik, hat er auch keine! Im Kampf wäre er also absolut unbrauchbar und für alle ein Klotz am Bein.
- Hat wenig Willensstärke. Entscheidungen bereiten ihm oft Schwierigkeiten. Wenn er vor solchen steht, dann macht sich seine Zwiespältigkeit in ihm bemerkbar. Ein bisschen Schizophren ist er nämlich auch. Aber das ist wahrscheinlich jeder, der 300 Jahre in einem Berg wohnt.
- Er findet selten mal einen Freund, da er wie gesagt sehr schüchtern ist.
- Kann sich schlecht artikulieren, und hat manchmal Wortfindungsstörungen.
- Fällt auf. Und zieht mit seinem kostbaren Schwert und den Edelsteinen natürlich schnell die   
  Aufmerksamkeit von zwielichtigen Gestalten auf sich.
- Mag Elben eigentlich nicht so
- Es passiert manchmal, dass seine Wunden aufplatzen. Dann ist er erstmal beschäftigt,
  und muss schnell die Blutungen stillen.
- Ist allgemein ängstlich (manchmal sogar feige), besonders viel Angst machen ihm aber die unteren Punkte
- Hat Angst vor weiten Ebenen (das Gegenteil von Klaustrophobie) was daher kommt, dass er 300
  Jahre in einer Grotte lebte.
- Fürchtet sich vor (großen) Vögeln.

Geschichte:
Vorab würde ich gerne einiges noch sagen.
Erstens hat sich die Geschichte über einen relativ langen Zeitraum entwickelt, deshalb ist auch der Stil, in dem die Story verfasst ist, einem stetigen Wechsel unterworfen.

Zweitens kenne ich mich nicht mit Elbenclans aus, deshalb hab ich den Namen der verhassten Familie freigelassen.

Drittens ist die Geschichte sehr lang 24 Seiten*verlegen am Kopf kratz*
Deshalb werde ich sie in mehreren Teilen posten (ihr könnt euch das als Minikapitel vorstellen), da ich persönlich jetzt nicht unbedingt eine Charaktergeschichte mit 14000 Wörtern sofort durchlesen könnte :D
Die Umstände sprechen aber alle gegen mich, ab übermorgen bin ich für eine Woche weg, deshalb ist ein gleichmäßiges posten nicht gewährleistet. Morgen schaue ich mal, ob mich jemand dabei verteten könnte, wenn nicht, dann müsst ihr halt warten :P

Aber genug der Vorrede, ich fang einfach mal an :)
Dabei werde ich euch die ersten drei Teile online stellen, mal schauen, was ihr bis dahin von ihm haltet.
________________________ ___
Übrigens, Carracáin ist 1.90m groß und hat schwarze Haare. Aber letzteres sollte euch vielleicht schon aufgefallen sein.

Die Kerze flackerte.
Sie flackerte im letzten Atemzug einer wunderschönen Elbenfrau, die blutend auf dem Boden lag, eine klaffende Wunde in ihrer Brust. Mit einem verächtlichen Gesicht zog ein blonder Elb von großer Statur, sein silbriges Schwert aus der Brust der Frau, und Blut tropfte lautlos auf den Holzboden.
Im gleichen Moment schlug die Tür krachend auf und ein Elb, mit Haaren, so schwarz wie das Gefieder eines Nebelraben betrat den Raum.

Carracáin erzitterte. Seine schwarzen Haare wogten in der kühlen Nachtluft wie dunkles Wasser um seinen Kopf.

Sein Mutter lag auf dem Boden, über ihr ein Elb aus der verhassten Familie der Alqamath, in seiner Hand ein blutiges Schwert.
Die Situation war eindeutig, dennoch richtete sich der blonde Elb auf, spuckte vor Carracáins Füßen aus und sprach:
„Und da kommt der Sohn dieser Sippe von Bastarden!“
Carracáin musste gar nichts denken. Er hatte den unbewaffneten Kampf gelernt, eine Form des Kampfes, die um einiges künstlerischer war als jeder Schwertkampf. In seine Augen trat ein wahnsinniges Funkeln und er drosch auf die Rüstung des Blonden ein, ohne zu bemerken, dass dieser nur kalt lächelte.
„Carracáin, beruhige dich.“
Schläge hagelten auf den Brustkorb des Elben.
„Carracáin, du brauchst mich nicht zu schlagen.“
Immer noch trommelten die Fäuste Carracáins auf die glänzende Rüstung.
„Du hast keinen Grund sie zu rächen. Nur Familienmitglieder erfahren die Ehre der Rache.“
Das Trommelfeuer erstarb. Carracáin blickte auf.
„Sie war nie ein Mitglied deiner Familie. Und sie war, bei dem Licht Galadriels, sie war
 NIE DEINE MUTTER!“
Verachtung glitzerte in den Augen des Mörders, doch sie waren nicht zu vergleichen mit dem Ausdruck, der in Carracáins Augen trat.
Das kann nicht sein!
Und nochmal blitzte dieser Gedanke in Carracáins Kopf auf:
Unmöglich!
Doch die selbstgefällige Miene des blonden Killers raubte Carracáin die Besinnung.
„NEIN!“
Blitzschnell bewegte sich Carracáin. Seine weißen Hände schlossen sich um das Schwert seines Gegenüber und rissen ihm das blutbesudelte Schwert aus der Hand. Sekunden später ragte es aus dem Rücken des Blonden hervor, blutgetränkt von der Spitze bis zum Schaft.

Und die Kerze verlosch.

Füße platschten in den Matsch. Es waren die Füße Carracáins, der schweigend durch den Düsterwald rannte. 
Fort. Fort.
Er war von diesem Gedanken besessen. Dieses Dorf würde er für immer verlassen. Dieses Dorf, wo ihm offenbart worden war, was für ein selbstgerechtes und grausames Volk die Elben doch waren.
Er hasste sie!
Wie hatte man ihm 100 Jahre lang verheimlichen können, dass er keine Mutter hatte?
Wie hatte man eine hilflose Frau einfach so töten können?
Wie, beim Feuer des letzten Drachen, hatte seine Mutter ihn 100 Jahre anlügen können?
Seine Welt war zusammengebrochen! Die Prinzipien der Elben waren zusammengestürzt und die Ehre dieses edlen Volkes hatte sich selbst verschluckt.
Mit diesem arroganten Volk wollte er nichts mehr zu tun haben!

So rannte Carracáin zwei Tage durch den Wald bis er an die Ausläufer des Gebirges vom Nebelwald kam. Er kletterte an den Bergen hinauf, und war schon bald umgeben von Fels und Gestein.
Da fiel sein Blick auf eine Höhle. Eigentlich war Höhle nicht das richtige Wort, vielmehr war es ein Gang.

Carracáin kroch hinein, schon allein, um dem Regen zu entfliehen, der einsetzte. Er war verbittert und wollte, dass die Welt ihn in Ruhe ließ. Seine dunklen Haare fielen ihm in tintenschwarzen Strähnen ins Gesicht, und er war bleich und durchnässt. Sein Selbstmitleid hatte ihn jedoch nicht ganz gefangen, denn er bemerkte wohl, dass der Gang weiter ins Innere des Berges führte. Da Carracáin ungern zurück in den Regen wollte, machte er sich auf, weiter in den Berg einzudringen. Nicht lange, und er bemerkte ein Licht, dass von keiner Kerze, aber auch nicht von der Sonne auszugehen schien. Es war merkwürdig kalt und flackerte nicht. Als der Elb um die nächste Gangwindung, schlich, stockte ihm der Atem.


Früher, als er noch ein Junge gewesen war, da hatte ihm seine angebliche Mutter oft das Märchen von den Kristallwäldern des ersten Zeitalters erzählt. Tief drinnen in einem Berg hatten sich ein paar Elben vorgenommen, einen Wald aus Edelstein zu schaffen. Er sollte dem Wald aus Bäumen und Sträuchern gleichen, nur sollte er eben auf Stein, und nicht auf Erde wachsen. Mit ihren überirdischen Kräften fügten die Elben dann Salze und andere Elemente zusammen, und ließen sie wachsen, bis sich nach und nach eine Welt, nur aus Kristall tief in einem Berg entwickelte.
Doch, als die riesige Höhle fertiggestellt war, da war die Gruppe nicht zufrieden, und schaute neidisch auf die echten Wälder, in denen sich das Leben tummelte. Sie traten also zusammen, und woben einen Schleier von Magie, der sich über ihre Kristalle legte. Dadurch wollten sie der Höhle Leben einhauchen.  Doch sie waren zu ehrgeizig, und griffen nach einer Macht, die zu hoch, zu komplex für sie war. Zwar tauchten sie die Kristalle in ihr Lebenslicht, aber dieses wich gleichermaßen aus ihnen, sodass sie am Ende starben und ihr Leben ihren Kristallen geschenkt hatten.

Carracáin hatte diese Erzählung bisher nur für eine Geschichte gehalten, die kleine Kinder daran erinnern sollte, dass das Leben an sich etwas Unvorstellbares wäre. Doch in vielen solcher Geschichten, verbarg sich ein wahrer Kern... Kristallgärten, wie sie in dem Märchen beschrieben waren, wurden zum Beispiel von Zwergen angelegt. Und wenn Elben schon Bergbau betrieben, dann doch nur auf so eine künstlerische Art und Weise. Zwar war wenig von den Schürfaktivitäten der Elben bekannt, aber tatsächlich existierten einige solcher Kristallminen.

In einem dieser Bergwerke befand er sich gerade. Genauer gesagt, in den verschollenen Minen von Cristálon.

Die bleiche Hand schützend vor die Augen haltend, stolperte Carracáin in eine gewaltige, lichtdurchflutete Grotte hinein. Es verschlug ihm den Atem. Vor ihm ragten gewaltige Kristallformationen aus blanken Felswänden. Die Wände selbst waren durchzogen von Smaragd- und Saphirflözen, die glommen, als brenne unter ihnen die Glut des Schicksalsberges.
Ihm kam es so vor, als würde das Licht um ihn herumtosen, wie ein ohrenbetäubender Sturm, so gewaltig war die Wucht, mit der das kalte, fremde Licht auf ihn eindrang, ihn in die Knie zwang. Doch in der Grotte war es totenstill. Seit dem ersten Jahrhundert hatte sich hier nichts mehr bewegt, was sich nicht auch schon bewegt hatte, als die Elben hier Kristalle züchteten.


Nun aber war wieder einer der Elben hier. Ironischerweise wünschte sich Dieser in diesem Moment nichts sehnlicher, als ein Mensch, oder sogar ein Zwerg zu sein. Das helle Licht hätten Augen der Menschen sicher besser vertragen, und diese Tiefe war einem Zwerg wohl angenehmer als einem Bewohner der Wälder. Dennoch löste sich Carracáins Starre langsam, und er war fasziniert von dem Anblick, der sich ihm bot.

Schnell begriff er, dass dies wohl sein Heim werden könnte... Zu den Elben konnte er nicht. Er hatte einen anderen Elb im Zorn erschlagen. Weil dieser seine Mutter erschlagen hatte.
Es ist nicht meine Mutter.
Ganz leise schlich sich dieser Gedanke in Carracáins Gedanken.
Sie haben mich betrogen. Sie alle haben mich betrogen.
Der Gedanke wurde lauter und lauter, bis er die immer noch totenstille Grotte auszufüllen schien:
SIE HABEN DICH BETROGEN!
DU HATTEST NIE EINE MUTTER!

Carracáin schrie. Er schrie die Wut, den Hass, die Trauer über seine Mutter, über sich selbst, das alles schrie er hinaus, und seit Jahrtausenden erklang wieder ein Geräusch in der Höhle.
Carracáin schrie immer weiter. Dann konnte er nur noch schluchzen. Von Krämpfen geschüttelt , wälzte er sich auf dem kalten Felsboden. Schließlich schlief er ein- und nahm seine ganze Trauer mit in den Traum.

Im Schlaf lief ihm eine einzelne Träne über die Wange. Sie rollte über die weiße Haut, hing einen Moment an dem Kinn des Elben, und tropfte dann auf den Stein. Wie ein Diamant zersprang sie auf dem kalten Boden, und ließ eine Pfütze wie flüssiges Silber zurück.

Carracáin ahnte nicht, dass es die letzte Träne sein sollte, die ihm über die linke Wange rann.

CP
« Letzte Änderung: 21. Feb 2016, 17:03 von Fine »

Das hier ist mein RPG Charakter Carracáin, und das hier ist sein momentaner Standort.

Noch ein Glas, ich denk nur an dich,
Noch ein Glas und ich vergesse mich!
Noch ein Glas, ich denk nur an mich,
Ein letztes Glas und ich vergesse dich!

CrystalPhoenix

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Re:[Si]Carracáin, erster Charakter von CrystalPhoenix
« Antwort #1 am: 15. Okt 2009, 23:57 »
Den Anbruch des nächsten Tages bekam Carracáin nicht mit. In der Grotte war es immer gleich hell, Doch er wachte trotzdem zeitig auf. Kaum war er aufgewacht und hatte realisiert, wo er lag, drohte die Verzweiflung schon, ihn wieder in ihren Klauen zu erdrücken. Doch Carracáin behielt seine Fassung, und war gezwungen möglichst rational zu denken. Er beschloss, hierzubleiben. Die Höhle erschien ihm geschützt, und zurück konnte er nicht mehr. Dennoch zog er in Erwägung, bald wieder diese fantastische Höhle zu verlassen. Vielleicht könnte er ins Land der Zwerge reisen. Erebor lag gar nicht mal so weit entfernt vom Düsterwaldgebirge. Aber bis jetzt hatte er einfach nicht die richtige Ausrüstung! Zudem mangelte es ihm an Entschlossenheit, diese wunderbare Grotte wieder zu verlassen. Gerne hätte er hier gelebt! Dazu mussten aber zwei Dinge gewährleistet sein: Er musste Nahrung finden, und er musste herausfinden, ob es hier im Gebirge wilde Tiere gab.
Dazu machte er sich auf den Weg nach draußen. An der frischen Luft angekommen, leuchteten seine Augen auf: Beeren! Hier im Gebirge wuchs eine bestimmte, sehr robuste Art der Brombeere, das wusste er, aber er hätte sie nicht in so großer Fülle erwartet! Vor ihm wuchsen bestimmt mehr als 60 Sträucher, alle reich behangen mit roten, sehr schmackhaft aussehenden Kügelchen! Die Nahrung war also kein Problem. Die wilden Tiere bereiteten Carracáin schon mehr Sorgen. Was, wenn ihn eines bemerkte, noch bevor er fliehen konnte? Er war gänzlich unbewaffnet, und konnte sich nur mit seinen Fäusten verteidigen. Wohl kaum genug, um einen Warg oder ähnliche Bestien zu töten!

Dennoch kraxelte Carracáin den Berg hinauf. Schließlich kam er an einem ausgetreten Plateau aus, von wo man den Düsterwald herrlich überblicken konnte. Seltsam fand er nur die Schürfungen auf dem Boden, er kannte kein Tier, das so welche tiefen Kratzer im Boden hinterließ.
Da Carracáin auf dem Weg nach oben keine Tiere oder ähnliches erspäht hatte, ging er davon aus, einen angenehmen Aufenthaltsort in den Bergen gefunden.

Bis er sich umdrehte.

Schlagartig wurde ihm bewusst, weshalb er keine anderen Tiere in den Bergen gesehen hatte, sie waren alle aufgefressen worden. Von einem Monster, dem Carracáin gerade in die Augen schaute.
Vor dem Elben stand ein riesiger Rabe, das Gefieder schwärzer als die tiefste Nacht. Größer als Carracáin selbst, hatte er jedoch keine Federn auf der Brust, sondern ein stahlähnliches Schuppengewebe, das von Stacheln gesäumt war. Der Vogel  hatte einen rasiermesserscharfen Schnabel, der vor Grausamkeit starrte. Plötzlich breitete er die Schwingen aus, welche Carracáins Blickfeld vollends ausfüllten. Der Elb sah seine letzte Stunde gekommen, als der riesige Raubvogel zum Angriff überging. Tödliche Krallen sausten durch die Luft, und ein ohrenbetäubender Schrei fuhr aus der Kehle der Bestie.
Wie in Trance duckte sich Carracáin einmal, um einer heranfahrenden Klaue zu entgehen. Er krallte sich instinktiv an dem Gefieder des Vogels fest. Der Vogel konnte ihn dort nämlich nicht mit seinem  scharfen Schnabel erreichen. Allerdings hatte Carracáin das Glück, dass die Bestie nicht auf die Idee kam, den Flügel einfach einzuklappen, denn dann wäre er dem zuschnappenden Kiefer des Raubtiers schutzlos ausgeliefert gewesen. Stattdessen versuchte es, in die Luft zu steigen, was wahrhaft schwierig ist, wenn ein kleiner Elb an einem Flügel hängt. Ein Zuschauer hätte das Schauspiel wohl trotz der Grausamkeit erheiternd gefunden: Ein riesiger Vogel versucht in die Luft zu fliegen, hat aber Schlagseite, weil ein kleiner, schwarzhaariger Elb ihn nach unten zieht.

Für Carracáin war die Situation todernst, da er der Gefahr keineswegs entgangen war! Die harten Federn der Schwinge sausten durch die Luft, da der Vogel jetzt auf die Idee gekommen war, das lästige Wesen einfach abzustreifen. So entging Carracáin mehrmals nur knapp der Enthauptung, indem er seinen Kopf zurückwarf. Langsam neigte sich der Tag dem Ende zu, und der ungleiche Ringkampf war noch nicht zu Ende. Langsam wurde Carracáin müde, und wurde zunehmend unvorsichtig. Das war ein Fehler, den er bis zum Ende seines Lebens bitter bereuen sollte,
denn eine schwarze Feder kam durch die Luft gezischt, und verfehlte das Gesicht von Carracáin diesmal nicht!

Widerlich glatt schnitt sie einmal sauber durch den linken Augapfel des Elben.

Carracáin bemerkte nichts. Erst, als ein leises Ziepen an seinem linken Auge begann, wurde er aufmerksam.
Die linke Seite seiner Welt schwamm im Blut.
Die Schmerzen wuchsen, bis Carracáin aufkreischte:
Ich habe nur noch ein Auge!
Zitternd fuhr er mit dem Finger an sein Auge, und warmes Blut benetzte seine Finger.
„NEEIN“
Er litt unendliche Qualen. Als hätte einer der Foltermeister Mordors sein glühendes Eisen in seinen Kopf gesteckt, so brannte auch sein Schädel. Sekunden verronnen, Blut tropfte auf sein Wams und färbte es langsam rot.

Besinnungslos prügelte er auf den Vogel ein, der ihn verkrüppelt hatte, und hatte damit erstaunlich viel Erfolg. Der Vogel war es nämlich einfach nicht gewöhnt, dass seine Beute sich wehrte. Die Tiere die er jagte, lagen meist zitternd auf der Erde, dieses Wesen aber, klammerte sich an seinen Flügel und drosch erstaunlich schmerzhaft auf seinen Rücken ein. Mit einem letzten Kreischen hob er sich in die Luft, der Elb lag inzwischen bewusstlos am Boden. Doch ein Aasfresser war das Tier beileibe nicht, so drehte es ab und der Elb blieb blutüberströmt liegen.


Schmerzhaft erwachte Carracáin. Dank seinen elbischen Selbstheilungskräften war das Blut erstaunlich schnell geronnen und bildete einen braunroten Pfropfen auf der Augenhöhle. Er widerstand dem Drang, noch einmal sein fehlendes Auge zu berühren, da er fürchtete, im Wahnsinn zu versinken. Sein Sichtfeld war unterdessen so eingeschränkt, dass er ständig seine Nase sah und alles ein wenig nach links verschoben wirkte. Stöhnend blickte Carracáin in den Himmel. Er hatte sein Auge, seine Heimat und seine Mutter verloren. Und seine Ehre. Er war nichts weiter als ein Einsiedler, der zu unvorsichtig war, sich von einem mörderischen Riesenraben fernzuhalten.

Aber er hatte überlebt.

Er hatte überlebt.

Kurz ergriff Carracáin tatsächlich eine Spur von Glück, doch sie verflog rasche wieder. Zu hoch war der Preis, den Carracáin für sein Leben bezahlt hatte, denn was ist ein Leben ohne Auge?
Ein Auge hast du ja noch!
Carracáin stimmte seiner inneren Stimme zu. Er musste jetzt nur aufpassen, dass er der Bestie nicht noch einmal begegnete, dann wäre das Leben hier gar nicht mal schlecht!
Ächzend erhob er sich. Wankend lief er zu seiner Höhle zurück, versäumte es dabei aber nicht, einen Vorrat an Beeren mit hinunterzunehmen. Wieder in dem grünen Licht angekommen, knickte er stöhnend auf seinem Lager ein, und Schlaf umfing ihn.

In seiner zweiten Nacht in der Höhle, waren Carracáins Träume beängstigend real. Oft schwebte der grausame Vogel über ihm, und oft entging Carracáin nur knapp seinem Schnabel. Dann änderte sich der Traum: Erschreckend wirklich sah Carracáin sich selbst. Die linke Augenhöhle war schwarz. Dann veränderte sich das Bild: Aus der Augenhöhle strömte Licht, und er kniff im Schlaf die Augen zu. Dann ebbte das Licht wieder ab, und Carracáin sah sich wieder selbst. Eine schwarze Binde lag über dem Auge. Eine Hand zog die Binde weg, und in der Augenhöhle schimmerte etwas. Es war ein augapfelgroßer, blauer Kristall. Als dieser vergrößert wurde, konnte Carracáin rote Fäden erkennen, die sich wie Adern durch die spiegelglatte, etwas ovale Kugel zogen. Der Edelstein drehte sich ein paarmal wie ein richtiges Auge, dann fixierte er wieder Carracáin. In ihm konnte Carracáin eine Spiegelung erkennen. Sich selbst.

CP
« Letzte Änderung: 19. Okt 2009, 15:57 von The Chaosnight »

Das hier ist mein RPG Charakter Carracáin, und das hier ist sein momentaner Standort.

Noch ein Glas, ich denk nur an dich,
Noch ein Glas und ich vergesse mich!
Noch ein Glas, ich denk nur an mich,
Ein letztes Glas und ich vergesse dich!

CrystalPhoenix

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Re:[Si]Carracáin, erster Charakter von CrystalPhoenix
« Antwort #2 am: 16. Okt 2009, 00:07 »
Schweißüberströmt wachte Carracáin auf, zuckte aber sofort auf, bei dem Schmerz der ihn durchfuhr. Seine Wunde hatte sich entzündet! Wimmernd schleppte er sich an einen kleinen Bach, der die Höhle plätschernd durchfloss. Das kalte Wasser dämpfte den Schmerz ein wenig, dennoch sah Carracáin die roten Schlieren, die im Wasser umherwirbelten. Ihm wurde übel. 
Gedankenverloren streifte Carracáin in der Höhle umher. Sein Blick wanderte an den riesigen Säulen aus Bergkristall hoch und blieb an silbernen Stalagmiten hängen. Silbern? Er humpelte hinüber. Tatsächlich diese Gebilde bestanden aus reinem Silber, durchzogen mit schimmerndem Rubin.

Staunend legte Carracáin sich wieder auf sein Lager. Er war in einer Höhle voller Wunder. Und trotzdem überkam ihn plötzlich Angst. Keine Angst, wie man sie empfindet, wenn man vor etwas davonrennt, nein, eine Angst, der man sich nicht entziehen kann, fast an der Grenze zur Panik.
Er war ganz allein. Er würde hier ganz allein bleiben. Er hatte kein Auge. Und er hatte nichts zu tun. Sollte er hier jahrelang trauernd herumsitzen, und darauf warten, dass die Elben nach ihm suchen würden? Nein! Fiebernd begann er Pläne im Kopf zu überschlagen. Ich könnte hier bleiben... Ja, ich werde hier bleiben. Vorerst. Am besten ich gehe nach Erebor, dieser Zwergenstadt. Aber... Aber ich will diesen Ort nicht verlassen! Noch muss ich ja nicht gehen... ich kann hier bleiben, solange ich will! Und in dieser Zeit, werde ich etwas nützliches tun!
Sein Entschluss stand fest! Auch mit einem Auge, konnte er seiner Existenz einen Sinn geben!
Doch was könnte man hier unten machen? Sich im Kampf üben?
Womit denn? Ich habe kein Schwert!
Wenn du kein Schwert hast, mach dir eins.
Dieser Gedanke traf Carracáin unerwartet. Ja, es wäre möglich, sich hier ein Schwert herzustellen. Metall gab es in dieser Höhle hoffentlich zu hauf, denn wo sie Elben Silber abgebaut hatten, müsste ja auch Eisen zu finden sein!
Er machte sich auf, um diesem Gedanken nachzugehen. Suchend durchschritt er die Höhle, immer nach einem matten, grauem Glanz Ausschau haltend. Seine Suche war trotzdem nicht von Erfolg gekrönt. Warum gab es hier jegliches Metall, nur kein Eisen? War es vielleicht zu normal für eine Grotte solchen Reichtums? Nein.
Seufzend setzte sich Carracáin auf einen Felsblock. Von diesem Plan musste er wohl Abstand nehmen. Und selbst wenn er Eisen gefunden hätte, womit hätte er es zu Stahl verhütten sollen?
Er war kein Schmied, und hatte nur ein paarmal bei solchen Verfahren zugesehen.
Und das größte Problem war:

Er hatte kein Feuer.

Wie um alles in der Welt sollte er Feuer entfachen? Es war wiedersinnig: Er saß alleine mit nur einem Auge in einer vergessenen Edelsteinmine und grämte sich, weil er kein Feuer entzünden konnte. Obwohl... Wie erzeugten denn die Elben in ihren Dörfern Feuer? Nachdenklich ließ er den Blick in der Grotte umherschweifen. Und sein Blick erhellte sich. Wie hatte er nur so blind sein können? Freudig stürzte er auf die Stelle zu, die er erblickt hatte. Eisen! Der ganze Boden war durchzogen von Furchen, und in diesen schimmerte es grau! Warum hatte er das nicht eher gesehen!
Aber sogleich befiel ihn wieder Schwermut. Was nützte ihm dieses Eisen im Boden? Um es aus dem Boden zu bekommen, musste er erst das Eisenerz herausschlagen. Und dafür brauchte er ein Werkzeug, am besten einen Pickel oder einen Hammer. Und wo sollte er einen Hammer herkriegen, wenn nicht selbst schmieden? Doch zum Schmieden brauchte er das Eisenerz, und um das zu bekommen musste er schmieden... Es war ein Teufelskreis! Hinzu kam, dass er immer noch Feuer brauchte, um das Eisenerz von der Schlacke zu trennen.
Mürrisch beschloss er, erstmal eine Nacht über seine Pläne zu schlafen. Vielleicht kam ihm ja im Traum eine rettende Idee.

Die Idee kam.
Es war so unglaublich offensichtlich, dass Carracáin sich am liebsten geschlagen hätte für diese verlorene Zeit.
Er sprang auf und durchsuchte fieberhaft die Grotte, bis er gefunden hatte, was er suchte.

Feuerstein!

Seine vermeintliche Mutter hatte ihm erklärt, wie man mit diesen Steinen Feuer erzeugte. Er schlug sie aneinander, und zwar so, dass der eine Stein ein ganz klein wenig über den anderen rieb (denn man brauchte Reibung für einen Funken) und ein Funke flog zu Boden.
 
Begeistert schlug Carracáin die Steine immer und immer wieder aneinander, und immer  wieder stoben Funken auf. Langsam färbte sich der Boden unter Carracáin schwarz vom Ruß der Funken. Er ließ die Steine dort liegen und begab sich nach draußen. Ein Feuer brauchte Nahrung, damit es brennt, also suchte Carracáin Holz und andere Äste.

Es war das zweite Mal, dass Carracáin aus seiner Höhle trat, und es raubte ihm den Atem.
Vor ihm erstreckte sich ein grünes Meer, der Düsterwald, und Dampfwolken waberten zwischen den Bäumen. Plötzlich ergriff Angst das Herz des Elben. Diese Weite. Er verlor sich fast in dem unendlichen Himmel.

Carracáins Herz war wie zugeschnürt. Panisch hielt er sich an der Felswand hinter ihm fest und starrte mit irren Augen auf den Wald.

Diese Weite.


Carracáin wurde schwarz vor Augen.

Stöhnend stemmte er sich von dem kalten Fels hoch. Er vermied es, einen Blick auf den Wald zu werfen, und starrte stur zu Boden. Er hatte Angst. Angst vor dem Wald, Angst vor dem Himmel. Schnell setzte er sich hin, und robbte zu den Brombeersträuchern, wo er ein paar Äste abbrach. Danach stolperte er zurück zu seiner Höhle, immer den Blick zum Boden gerichtet. In der Höhle warf er die Stöcke (alle noch nass vom Regen) übereinander, und erzeugte wieder Funken. Kein einziger schlug an, sie verpufften einfach in dem nassen Asthaufen. Wütend gab Carracáin auf, er verstand wohl, dass er diese Äste erst einmal trocknen musste. Mit seiner rationalen Denkweise begriff er, dass er einen Vorrat anlegen sollte, da die Äste alle gleichzeitig trocknen könnten. Außerdem schwor er sich, nur tote Äste der Sträucher mitzunehmen, schließlich war das seine einzige Nahrungsquelle.
Eine ganze Woche verbrachte Carracáin damit, zu den Sträuchern zu robben, tote Zweige zu suchen, und wieder zurückzurennen. Doch er bemerkte die Zeit nicht mehr. Nichts veränderte sich.
Aufstehen. Äste prüfen. Äste holen. Wunde waschen. Einschlafen. Immer wieder versuchte Carracáin es, den Asthaufen anzuzünden, und schließlich gelang es ihm.
Freude flammte in Carracáin auf, die erste Freude seit zwei Wochen. Das Feuer loderte, und krackste, und Carracáin saß am Feuer. Den ganzen Tag. Er legte immer wieder nach, sodass das Feuer nicht ausging, aber das Eisen im Boden wurde nicht geschmolzen.

Er versuchte, eine Schmiede zu bauen, so wie es sie in Eregion auch gab. Dafür musste er erstmal einen Ofen schaffen, der die Hitze so konzentrierte, dass selbst das Eisen im Boden flüssig würde. Einen Hochofen.
In den nächsten Wochen und Monaten experimentierte Carracáin mit allen möglichen Gebilden, die er aus abgebrochenen Felsen und Schutt aufrichtete.
Dann, nach mehreren Monaten, war sein Hochofen fertig! Es war ein hohler Turm aus Steinen für einen unwissenden Zuschauer. Doch für Carracáin war es viel mehr! Der Turm bestand aus drei Schichten, alle genauestens durchdacht. Die innere Schicht bestand aus Bimsstein (da Luft, wie wir alle wissen ein schlechter Wärmeleiter ist) die Zweite aus mit Wasser getränktem Schutt, und die Äußere aus einem Harten Fels, zu Klötzen gehauen und aufgeschichtet. Der ganze Turm war auf einer besonders großen Eisenader im Boden aufgebaut, die sich zu einer Mulde zog. Wenn das Eisen schmelzen würde, würde es in diese Mulde fließen. Weiter hatte Carracáin noch nicht gedacht, aber wenn er erstmal das Material hatte, würde sich schon ein Schwert daraus machen lassen, dachte er.
Und als er das Feuer im Hochofen anfachte, schürte und aufheizte, schlug das Eisen tatsächlich Blasen, wurde flüssig, und floss langsam auf die Vertiefung im Boden zu. Die ganze Höhle glühte förmlich, das Feuer und das glühende Eisen strahlte eine goldene Glut ab, die in der ganzen Höhle tausendmal von den Kristallen reflektiert und gebrochen wurde.
Es war überwältigend.
Die Welt um Carracáin herum war pure Hitze, es gab nur noch die Farben rot und gelb, blau war nicht mehr vorhanden. Eine Euphorie breitete sich in Carracáin aus, wie er sie noch nie gespürt hatte. Er hatte es geschafft! Er hatte nur mit seinen eigenen Händen Metall zum schmelzen gebracht!
« Letzte Änderung: 19. Okt 2009, 15:59 von The Chaosnight »

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Re:[Si]Carracáin, erster Charakter von CrystalPhoenix
« Antwort #3 am: 16. Okt 2009, 16:24 »

Die Wochen und Monate nach diesem Ereignis brachte Carracáin damit zu, ein System zu entwickeln, wie er das Eisen aus der Kuhle abschöpfen und in eine Form gießen könnte. Mittlerweile hatte er den härtesten Stein in dieser Höhle entdeckt, und konnte damit Gegenstände aushöhlen und bearbeiten. So trieb er eine weitere Schneise in den Boden, die von der Kuhle ausgehend in eine weitere floss. In diese legte er eine Schale, die er herausnehmen konnte. Da hinein floss das Eisen, und er konnte es in eine Form schütten. Fast zwei Monate verbrachte er damit, allein die Form zu hauen, die er in einen massiven Felsblock, den er von einem Vorsprung abgespalten hatte, geschlagen hatte.
Aber die Arbeit lohnte sich!
Mittlerweile war der Boden um den Schmelzofen zerfurcht und zahlreiche Klumpen aus Eisen lehnten an der Wand. Carracáin war stolz auf sein Werk. Er konnte jetzt mit dem Anfangen, was er eigentlich wollte- ein Schwert schmieden! Also nahm er seinen schönsten Eisenklumpen und legte ihn auf seinen provisorischen Amboss. Zart strich er mit den Fingern über das kühle, weiche Metall und nahm den Felsbrocken zur Hand, mit dem er über Monate die Steine bearbeitet hatte.
Klong!
Wummernd prallte der Stein von dem Eisen ab. Nicht die kleinste Delle war zu sehen. Carracáin probierte es ein zweites Mal.
Kracks!
Der Stein zersplitterte unter seinen Fingern. Zitternd rieb sich Carracáin die Hand, die noch taub vom Aufprall war, und sah ein, dass er so keine Chance hatte, jemals nur einen annähernd schwertähnlichen Eisenklotz zu schaffen.

Er besann sich wieder auf die Schmieden in Eregion. Dort hatte man das Feuer schließlich nicht zum Schmelzen gebraucht! Nein, mit den unmenschlichen Temperaturen wurde das Eisen wieder weich, und man konnte es formen. Er nahm den nächsten Eisenklumpen, und legte ihn für eine Weile in das Feuer des Ofens, bis er das nun glühende Eisen mit zwei langen Stalagmiten herausfischte und auf dem Amboss bettete. Nun nahm er seinen Ersatzstein (auf Elbenweise hatte Carracáin natürlich vorgesorgt) und hämmerte auf das Eisen ein. Und tatsächlich, der glühende Klumpen ließ sich bereitwillig flacher schlagen! Nach einem schweißtreibenden Tag hatte Carracáin eine flache Eisenplatte, die sich mit bloßer Hand biegen ließ. Zufrieden schlief Carracáin ein.

In dem nächsten Monat beschäftigte er sich ausschließlich mit dem Behauen von Eisen. Er hatte Talent, und faltete das Metall, sodass er eine lange, klingenähnliche Stange erhielt! Diese schliff er im Verlauf der Tage glatt und scharf. Nach der wochenlangen Plackerei hatte er nun tatsächlich ein Schwert geschmiedet!
Voller Euphorie schwang er die Stange hin und her, durchtrennte Äste, und betrachtete sie lächelnd im Feuerschein.
Mein Schwert!
Doch als er mit dem vermeintlichen Schwert herumfuchtelte, passierte etwas, was seine Entwicklung in großen Maße beeinflussen sollte.

Er traf einen Kristall.

Mit ohrenbetäubendem Krachen zerbarst das unendlich schöne Gebilde, das zwei Jahrtausende gewachsen war, in abermillionen Scherben, die funkelnd auseinanderstoben, und in dem Licht des Hochofens blutrot leuchteten. Wie Tränen lagen sie auf dem Boden, und es wurde totenstill um Carracáin herum.
Bestürzt sackte Carracáin zu Boden. Diese Kristalle waren sein Leben gewesen! Unter ihnen hatte er geschlafen, in ihrem Licht seinen größten Schmerz erfahren. Sie hatten ihn in den Schlaf gewiegt, und in ihren Armen war er jeden Tag wieder erwacht.
Und nun hatte er einen zerstört.
Er fing bitterlich an zu weinen, und seine silbernen Tränen fielen zwischen die glänzenden Splitter. Niemals würde er je wieder ein Schwert hier drin schwingen! Er flehte laut um Vergebung, und schrie seinen ganzen, über die Monate gewachsenen Schmerz in die Höhle hinaus.

Und wie so oft, schlief er mit seiner Trauer ein.

Am nächsten Mittag (Carracáin schlief ziemlich lange) öffnete er die Augen, und sah vor sich die Splitter des von ihm letzten Abend zerstörten Kristalls. Er kam sich so vor, als würden sie ihm vorwurfsvoll entgegenblitzen. Carracáin vergrub das Gesicht in den Händen. Langsam strich er über seine linke Augenhöhle... über das verkrustete Restgewebe hatte sich eine ledrige Hautschicht gespannt, und als Carracáins Fingerkuppen darüber strichen, ließ sie sich etwas nach innen drücken. Zwar ekelte sich Carracáin etwas vor der neuen Haut, aber er konnte sich seine alltägliche Wundwaschung sparen, und fühlte sich nicht mehr so verkrüppelt. Das... änderte sich aber als er seine Spiegelung in einem Kristall sah. Die Hälfte seines Gesichts war bedeckt mit einem Wurzelwerk aus braunen, abgestorbenen Hautauswüchsen. Um das fehlende Auge herum zogen sich dunkelrote Adern, die an manchen Stellen aufgeschürft waren, und immer noch schwach bluteten. Der Vogel war also in irgendeiner Art giftig gewesen. Aber der Tatsache, dass er nicht tot war, entnahm Carracáin, dass das Gift entweder ungefährlich war, oder durch irgendetwas neutralisiert wurde.. Carracáin tippte auf letzteres, denn so richtig ungefährlich konnte das Gift ja bei der unmittelbaren Wundinfektion wohl doch nicht sein.
Trotz alledem: Carracáin war irgendwie mit sich zufrieden. Er hatte den Angriff eines wohl ziemlich gefährlichen Tiers überlebt, und seine Narben zeugten davon. Er sah bedrohlich aus mit seinem abgestorbenen Gesicht, so gar nicht elbisch, aber auch nicht brutal oder abgestumpft. Er sah aus wie einer, der auf dem Amboss des Lebens geschmiedet wurde, und nicht gebrochen war. Er kannte Schmerz, Leid, Einsamkeit und Trauer, wurde geschliffen und gehärtet von dem Schmied des Schicksals.
Carracáin nickte seinem Spiegelbild grimmig zu: Von jetzt an würde es bergauf gehen.

Und zwar nahm er sich als allererstes vor,  nicht zu kämpfen.

Er negierte sein ursprüngliches Ziel, mit seinem geschmiedeten Schwert zu kämpfen, und schwor sich, mit seinen Waffen kein Leid heraufzubeschwören. Dabei war ihm klar, dass eine Waffe dazu da ist, zu kämpfen, aber sein Entschluss war, sich nur zu verteidigen, oder die Waffen anderen zu geben.
Denn Carracáin wollte Schmied werden!
Eisen so hart zu machen, wie das Schicksal ihn hart gemacht hatte, das war von jetzt an sein Ziel! Und sollte er es vergessen, müsste er nur einen Blick auf sein Spiegelbild werfen um zu sehen:
Es geht immer noch härter. Und wenn es bricht, war es nicht gut genug um gehärtet zu werden.

Dann dachte Carracáin über den zerbrochenen Kristall nach. Es müsste doch möglich sein, Schönheit festzuhalten. Und vielleicht konnte Carracáin ja diese Schönheit in seinen Schmiedewerken verewigen! Also dachte er nach, auf welche Weise man die Anmut von Kristallen bannen könne... Auf jeden Fall hatte er keinerlei magische Begabung. Er könnte Skulpturen machen, aber wie meißelt man die Farben von gleißenden Saphiren in Stein? Deshalb fiel ihm nichts anderes ein, als zu zeichnen. Tja, das war leicht gesagt. Aber er hatte weder Pergament, noch irgendwelche Schreibutensilien. Deshalb nahm er sich fürs erste ein Stück Holzkohle, und kritzelte die Umrisse des Kristalls auf den Boden. Enorm enttäuscht von dem mageren Ergebnis, warf er die Kohle weg. So ging das nicht!
Und schon wieder stand Carracáin vor der Aufgabe, erst das nötige Werkzeug herzustellen, bevor er üben konnte!


« Letzte Änderung: 19. Okt 2009, 16:00 von The Chaosnight »

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Re:[Si]Carracáin, erster Charakter von CrystalPhoenix
« Antwort #4 am: 19. Okt 2009, 16:01 »
(Um die Geschichte ein wenig zu raffen, springen wir direkt ins übernächste Jahr.)

Carracáin schwitzte.
Neben ihm Glühte der Hochofen, fast schon beständig rann das glühende Eisen in die Steinmulde, die Carracáin während des Winters umfunktioniert hatte. Er hatte den Boden unter der Steinschale mit seinem selbst geschmiedeten Pickel ausgehöhlt, und nur zwei Streben übrig gelassen, zwischen denen die ein wenig unregelmäßig geformte Mulde hing. Sobald sich die Schale gefüllt hatte, kippte sie zur Seite, und das Metall ergoss sich in eine sehr große, rechteckige und überaus flache Form, die von unten weiter erhitzt wurde. Lief die Form über, floss das Eisen in einen hohlen und durchlässigen Damm am Bach, wo es sich natürlich relativ schnell erhärtete. Sobald der Damm geschlossen war, ergoss sich das angestaute Wasser über ein (geschmiedetes!) Rohrsystem auf die 5 Hochöfen, die Carracáin in der Höhle errichtet hatte, und stoppte so dampfend und kochend die Schmelze von weiterem Eisen.
(Übrigens war der leicht Eisenhaltige Wasserdampf überaus gut für Carracáin, da so besser gesundes Blut nachgebildet werden konnte.) Wenn die gesamte Grotte vernebelt war, öffnete Carracáin einen weiteren Zugang zur Grotte, der einen Durchzug bewirkte, und so die Höhle „entnebelte“.
Die entstandene Stahlplatte stellte Carracáin zu hundert anderen an die Wand und prüfte die Härte und Elastizität, indem er sie an verschiedenen Stellen abklopfte. Er hatte die Höhle Industrialisiert. Und er war überaus stolz darauf! Mittlerweile musste der Boden schon um viele Zentimeter abgesunken sein, da er ihm das Eisen abtrotzte, aber diese Vorkommen waren so gewaltig, dass er unbeirrt weiterschürfen konnte.
Aber nicht nur die Gewinnung des Eisens hatte er verbessert! Auch die Verarbeitung! Von der jeweiligen Stahlplatte schnitt er (mit einem Scharfen Stein und vorheriger Schmelze) Stücke ab, und trug sie zu seiner Schmiede. Darauf war er echt stolz! Mindestens zwei Meter Höhenunterschied lag zwischen dem Boden der Schmiede und dem Höhlenboden. Über eine eigens gehauene Treppe trug er das Eisen nach unten in seine „Werkstatt“ wie er sie liebevoll in Gedanken nannte.
Dort hatte er eine einen halben Meter tiefe Ausbuchtung in eine Steinwand getrieben, wo beständig Hitze glomm. Durch eine kleine Luke in der Höhlenwand ließ er ab und an kleine Mengen Zugluft herein, die sich an einer Wand fingen und dann ins Feuer stoben (Jaa, einen Blasebalg zu bauen wäre für einen Schmied doch relativ schwierig). Dort, zwei Meter unter dem Höhlenboden, faltete und schmiedete er die Stahlstange mithilfe von selbstgeschmiedeten Werkzeugen. In die Höhle ergoss sich ein Rinnsal Wasser in einen Wassertrog, ähnlich einem Brunnen. Das war eine sehr gute Maßnahme, wie Carracáin fand. Denn das kühle Wasser senkte die Temperatur ein bisschen, kühlte das Metall, und Carracáin konnte sich sofort das Gesicht oder die Hände waschen. Insbesondere sein fehlendes Auge bedurfte dessen, denn bei großer Hitze platzten oft die roten Adern um das Auge auf, und mussten schnell gekühlt und gereinigt werden.
An einer Tischähnlichen Steinplatte setzte Carracáin dann einzelne Bestandteile zusammen,  vernietete Kettenhemden oder anderes (besonders bei der Anfertigung der Rohre hatte er oft an diesem Tisch gesessen).
In den Tisch eingelassen war ein Gitter aus Stein, unter dem wie fast überall in der Höhle Glut brannte. Außerdem bestand die Hälfte des Tisches aus bloßem Kristall! Er hatte sich ganz leicht spalten lassen, und war von Carracáin glattpoliert worden. Auf dem Tisch lag gerade ein unfertiger Helm, und mehrere Blätter Papier, daneben eine Feder.
Woher das Papier kommt?
Carracáin arbeitete nicht nur an seinen Schmiedekünsten, sondern er versuchte auch, sich Werkzeuge für das Zeichnen zu schaffen. Er hatte damit begonnen, in einer ganz anderen Ecke der Höhle (Dort wuchsen überwiegend Smaragde) Erde anhzuhäufen. So schuf er sich eine Art Beet, bewässert von Ausläufern des Baches. Auf diesem Beet pflanzte er zwei Arten von Pflanzen an:
Die Brombeeren (zum Glück hatte er schon vor dem Winter damit begonnen) und eine Pflanze, die Blüten mit sehr langen, weißen Blütenblättern trieb. Diese pflückte er, und brachte sie in seine „Papierschmiede“. Dort kochte er dann Wasser auf, und gab die weißen Blütenblätter hinein. Den faserigen Brei goss er in quadratische, flache Formen wo sie mit einer Art Metallkamm in eine bestimmte Richtung ausgerichtet wurden. Später legte Carracáin die trockenen und brüchigen Blütenblatt-blätter zweimal übereinander (also insgesamt 4 Lagen), schmierte eine Paste zwischen die Lagen und erhitzte das ganze nochmal. Dann hatte er ein Blatt Papier. Das machte er natürlich im großen Stil. 16 Formen hatte er geschmiedet, und konnte so 4 Blätter Papier zeitgleich herstellen.
Auch Tinte hatte er sich hergestellt. Mit gemischten Gefühlen hatte er einige Kristalle abgebrochen, und zu hauchzartem Pulver zermahlen. Dieses streute er in die verdünnte farblose Paste, die dann die Farbe des Kristallpulvers annahm.  Auch hatte sich Carracáin eine Feder besorgt, er hatte sie vor seiner Höhle gefunden, und hegte keinen Zweifel, dass sie von dem grausamen Raben stammte. Nun saß er des öfteren an seinem Kristalltisch, vor sich ein dickes Blatt Papier, und zeichnete zum Beispiel eine Blume ab.
Und er merkte: Er hatte Talent! Auch wenn seine ersten Versuche recht bescheiden waren, wusste er, dass es nur eine Frage der Zeit wäre, bis er die Schönheit der Edelsteine auf seinem reinweißen Papier bannen könnte.
Ab und an schlenderte er auch einfach mal in seiner „Galerie“ herum. Aus dem Stahl hatte er einfach mal mehrere Regale geschmiedet, da er es so langsam leid geworden war, alle seine Werke auf einen Haufen in die Ecke seiner Werkstatt zu schmeißen. Und nun konnte er in einem sehr abgelegen Winkel der Höhle, in der fast keine Kristalle wuchsen und sich nur ein paar Amethyste über den Boden zogen, durch Regalreihen gehen, und seine mehr oder weniger ansehnlichen Werke begutachten. Da lag ein klobiger Helm neben einem unproportionierten Handschuh, ein welliges Schild lag unter einem fein gearbeiteten Kettenhemd. Aber die Regale waren noch längst nicht voll.

Als sich Carracáin an diesem Tag in sein (im Frühling aus Moosflechten zusammengetragenes) Bett legte, da dachte er:
Carracaín, du hast es geschafft. Du hast dir deine Welt erschaffen, nur mit deinen Händen und deinem Fleiß. Hier kannst du leben.
Und glücklich kauerte er sich in das weiche Moos, und schlief ein.
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Re:[Si]Carracáin, erster Charakter von CrystalPhoenix
« Antwort #5 am: 19. Okt 2009, 16:01 »
In den nächsten 200 Jahren passiert nichts Aufregendes mehr

Mit der Zeit hatte Carracáin das Schmieden natürlich fast schon perfektioniert! Seine Kunstfertigkeit suchte ihresgleichen, denn auch auf dem Blatt Papier war Carracáin zu einem wahren Meister geworden. Schatten, Dynamik, Perspektive, all das verinnerlichte er, in seinem unersättlichen Bestreben, die Schönheit seiner Welt auf Papier zu bannen. 
Die Papierherstellung an sich hatte Carracáin natürlich auch verfeinert, so war das Papier nun wesentlich dünner und weicher geworden.
Und all das, was er an Schönheit zeichnete, nahm er auf, und band es in seinen Schmiedeprozess ein. Wenn er ein Schwert schmiedete, war es dann fertig, wenn das Feuer aus war, nicht früher und nicht später. Noch in der glühenden Hitze formte er wunderschöne Gebilde aus Metall, so anmutig, dass man denken konnte, sie würden immer noch weich von der Hitze sein. Das waren sie aber nicht, denn Carracáin verstand es, das Metall so dicht und eng zu falten und zu schneiden, dass es sogar  Luft zerschnitt, wenn es geschwungen wurde.

Ebenfalls verstand er sich darauf, Facetten und Nuancen von Farben zu fertigen. Einmal verirrte sich ein Schmetterling in seine Höhle, kam nicht mehr heraus, und flog in das tosende Feuer eines Schmelzofens. Tränen rannen Carracáin über die Wange, als er das wunderschöne Geschöpf sterben sah, und schon am nächsten Tag hatte er eine 50 Zentimeter große Schmetterlingsstatue geschmiedet, in deren Flügel er so geschickt Kristalle eingelassen hatte, dass sie immer neue Farben warfen, wenn man sich bewegte.

Ja, Carracáin hatte alles erreicht. Er hatte das gemeistert, was er meistern hatte wollen. Nebenbei hatte er aus dieser Grotte einen anderen Ort gemacht.Wasser lief durch die Furchen am Boden, und hielt die Temperatur genau auf dem Grad auf das es erhitzt wurde (im Winter sehr praktisch). Überall waren kleine Brücken (über die nunmehr vielen Bäche) und Treppen eingelassen, verziert mit Geländern aus Silber und Stahl. An einer Wand erstreckte sich ein kleiner, aus Gold geschmiedeter Wald, und  die Hochöfen waren mit aus Silber geschmiedeten Blattwerk bedeckt.
Der Boden der Höhle war nicht mehr eben. Es ging hoch und runter, tief nach unten in die „Katakomben“ seiner ausgebauten Werkstatt, und in einer Wendeltreppe nach oben, wo er mitten in der Höhle eine fast frei schwebende Plattform errichtet hatte. Dort schlief er, und dort hatte er Regale voll mit Papier. Direkt unter dieser Plattform hatte er sich ein rundes Podest erbaut, die Hälfte des Randes war ein Tisch, und um das ganze Podest herum zogen sich Halterungen mit Fläschchen aus Bergkristall, voll mit den wunderschönsten Farben.

Dort saß er gerade.


Er hatte sich vorgenommen, sein bisher schönstes und bestes Schwert zu schmieden. Seit einem Monat arbeitet er nun daran, er hatte schon den Griff gefertigt, und die Klinge lag unten im Feuer. Das Feuer war über den ganzen Monat nicht aus gewesen, denn er löschte es erst, wenn er fertig geschmiedet hatte.

Gerade war er dabei, die Klingenfarbe zu ermischen. Das machte er immer am liebsten, denn damit legte er den Charakter der Waffe fest. Er entschied sich für etwas, dass er bisher noch nicht gewagt hatte. Vor einigen Jahren hatte er eine kleine unscheinbare Phiole mit roter Farbe ganz hinten in sein Regal gestellt, und jetzt erinnerte er sich warum. Damals hatte er nach Kräutern gegen seine Blutungen gesucht. Dabei war er auf eine Tinktur gestoßen, die dem Blut all seine Gerinnungsstoffe nahm. Natürlich war das nicht das Richtige gegen sein Gebrechen, aber er wollte einfach mal schauen, wie lange derart behandeltes Blut hält, und hatte es über seinen Werken vergessen. Langsam nahm er die Flasche aus dem Regal. Darinnen schwappte die Farbe hin und her.
Es war also noch flüssig.

Er hatte sich entschieden. Dieses Schwert sollte mit seinem eigenen Blut gefärbt worden sein.

Er goss die nach Eisen und Honig riechende Flüssigkeit in eine Steinschale. Zitternd streute er Rubinpulver hinein, und nach kurzem Überlegen auch ein wenig Farbstoff der Rabenfedern. Was jetzt kam, war der Alchemistische Teil der Fertigung. Konzentrierte Hitze, die sich drei Meter unter ihm verdichtet hatte, schoss aus einem Steinrohr, und tauchte das ganze Podest in einen feurigen Schein. Unter dieser Hitze gab Carracáin ein paar Bindemittel in die Schale, dabei ließ er das ganze in eine kristallene Apparatur laufen. Zäh sickerte die absolute Definition von „Blutrot“ durch die durchsichtigen Rohre, und begann allmählich unter der extremen Hitze zu leuchten. Weitere, Tropfen von blubbernden, farblosen Flüssigkeiten liefen nach dem Öffnen mehrerer Ventile in das Gemisch.
Plötzlich leuchtete die Farbe hell auf, schien mehr geschmolzenes Gold zu sein, als bloße Farbe, und changierte lebhaft zwischen Indigoblau und Scharlachrot! Die ganze Höhle war erfüllt von den Lichtwellen, die das Gemisch aussandte, und schien zu rasen im höllischen Farbenspiel!

Dann öffnete Carracáin ein Scharnier und nahm die Flasche mit der Farbe (mittlerweile war sie rabenschwarz geworden)aus der Apparatur. Er eilte damit die Treppe zu seiner Werkstatt hinunter, und hastete dort zu seinem riesigen Ofen. Die Glasphiole hängte er in eine Halterung am Feuer.
Dann atmete er auf. Die ganze Zeit hatte er die Luft angehalten. Teils aus Spannung, teils aber auch, weil bei solchen Vorgängen oft giftig Dämpfe aufstiegen.
Aber er konnte sich nicht ausruhen! Flink holte er sein bisheriges Schwert aus dem Feuer, und bettete es auf einen glühenden Gitterrost. Dort klappte er die glühende Klinge mit Zangen auseinander (er hatte sie noch nicht verschweißt) und goss die dampfende Farbe in das Innere des Schwertes. Schnell klappte er die Klinge wieder zu, und trug sie mit großen Zangen zum „Schicksalsberg“.

[Hier besteht Erklärungsbedarf: Der „Schicksalsberg“ Ist eine Halterung aus Stein in einer Nische, in die Carracáin Schwerter gehangen hat. Um die Halterung herum, in den Nischenwänden, befinden sich viele kleine Löcher. Eigentlich ist die gesamte Wand dahinter ausgehöhlt. In diesem Hohlraum brennt nun ein Feuer (keine Glut, es brennt richtig ein Feuer, mit Flammen und allem). Dann zieht Carracáin eine Abdeckung vor den Löchern in der Wand weg, und aus der Wand kommen Flammen geschossen, die das Schwert einhüllen. Anscheinend ist es für die Farbe gut, wenn das Schwert ungleichmäßig erhitzt wird, außerdem wird dadurch eine Schmelze etwaiger Ornamente verhindert.]

Unter den tosenden Flammen veränderte die Klinge langsam ihre Farbe. Von innen fing es an zu leuchten, und dunkelrote Flecken breiteten sich auf der gesamten Schwertschneide aus. Wie Blutflecken auf einem weißen Hemd. Dann war die gesamte Klinge überzogen mit dem tiefen Burgunderrot, das manchmal in ein dunkles Violett hineinschillerte. Nur die silbernen Ornamente und Verzierungen auf der Klinge blieben silbern, und sie hoben sich auf dem nun dunklen Metall ab, wie Sterne vor einem roten Nachthimmel.
Zufrieden schob Carracáin wieder die Abdeckung über den „Schicksalsberg“, und nahm das rasch erkaltete Schwert aus der Halterung.

Es war ein Elbenschwert. Keines von solchen Schlachtwerkzeugen , wie Carracáin sie oft gemacht hatte, sondern eine elegante, leichte und ebenso tödliche Klinge.
Carracáin erinnerte sie ein wenig an die Feder, durch die er sein Auge verlor. Er war auch sehr von dem Vogelgedanken beeinflusst worden:
Der Griff bestand aus einem Stück Ebenholz, das mit Rotgold durchwirkt war. An der Spitze des Holzgriffs wand sich ein Adlerkopf aus schimmerndem Stahl, und aus dessen zum Schrei geöffnetem Schnabel zog sich die geschwungene, blutrot schillernde Klinge. Vor dem Griff verschränkten sich zwei ebenfalls aus Stahl gefertigte Flügel , um die Hand des Kämpfers zu schützen. Und Als Augen des Adlers setzte Carracáin zwei funkelnde Rubine ein.

Das war sein Schwert.

Er wollte es eigentlich gar nicht benutzen, aber es erfüllte ihn mit überschwänglicher Euphorie, endlich sein Meisterwerk geschaffen zu haben!
Es war etwas, worauf er 200 Jahre lang hin gearbeitet hatte. Doch- nein, etwas hatte er noch vergessen! Er trat noch einmal an das Kunstwerk aus Stahl heran, und zog seinen Metallschneider.

Mit zittriger Hand zog er langsam einen Strich durch das linke Auge des Adlerkopfes.

Nachdem er zweihundert Jahre kein Wort gesagt hatte, stammelte er nun:

„So. Fertig.“

Das legendäre Schwert Crólair ward geboren.
« Letzte Änderung: 30. Okt 2009, 15:30 von The Chaosnight »
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Re:[Si]Carracáin, erster Charakter von CrystalPhoenix
« Antwort #6 am: 19. Okt 2009, 16:02 »
Nach der Fertigung der Waffe sackte Carracáin erschöpft vor dem Schwert zusammen. Er hatte genau gespürt, dass diese Waffe die Summe aller seiner Fähigkeiten darstellte, dass er auf diese Waffe über 2 Jahrhunderte hingearbeitet hatte. Etwas besseres würde er nicht schmieden können. Vielleicht mit Mithril, aber dieses edle Metall gab es in der Grotte nicht, zu oft und zu lange hatte er danach gesucht. Ihm gefiel es sogar, dass sein Schwert nur aus Stahl war. Ich habe diesen Stahl zu dem härtesten und schönsten Mittelerdes gemacht, Und es war nur ein einfacher Streifen Stahl...
Er erkannte sich selbst in diesem Schwert, als ein durchaus hartes Material, das aber erst durch den Hammer des Schicksals zu etwas legendärem geworden war.

Stöhnend richtete er sich auf, sein Auge ziepte schon wieder. Es war auch tiefe Nacht, vielleicht sollte er sich hinlegen.
Und während er einschlief, geisterte in seinem Kopf schon das nächste Ziel herum.

Am nächsten Morgen hatte er einen ganz und gar unlegendenhaften Kater. Gähnend streckte er sich, und schnupperte in die rauchige Luft, die noch vom Vorabend in der Höhle herumzirkulierte. Das war sein Geruch. Er strich sich seine schwarzen Haare aus dem Gesicht, und schaute von seinem Podest auf die Höhle. Sie war so behaglich. Carracáin kribbelte es in seinen Fingern, er liebte Sonnenaufgänge, und er hatte das Gefühl, dieser würde ein ganz besonderer sein. Also zog er an einem Hebel, und an einer Wand öffnete sich eine Tür. Durch diese fiel jeden Morgen die goldene Sonne herein, und brach sich tausendfach in dem goldenen Wald, den er genau dort aufgestellt hatte.
Bedächtig schlurfte Carracáin zu einem Sitz aus Stein, der genau im Sonnenstrahl stand. Zufrieden ließ er sich nieder, spürte das warme Moos in seinem Rücken, die feinen Lichtwellen, die sein Gesicht kitzelten und atmete die frische Luft ein. Er seufzte. Dieses Paradies wollte er eigentlich gar nicht mehr verlassen, aber sein innerer Kompass hatte sich neu ausgerichtet. Es zog ihn fort. Hier hatte er doch schon alles erreicht. Wollte er seinen Lebtag lang hier sitzen, und sich von der Sonne bescheinen lassen? Wollte er?
Vielleicht...

Er musste sich eingestehen, dass er einfach noch nicht  Willens genug war, diesen wunderbaren Ort zu verlassen. Aber er schloss einen Kompromiss mit sich: Er würde packen, und jederzeit abreisebereit sein, damit er dem Wind des Fernwehs folgen konnte.


Er begann also damit, seine Ausrüstung zusammenzustellen. Ja, zusammenstellen ist das richtige Wort, denn wer hat schon eine ganze Waffenkammer zur Auswahl, wenn er sich überlegt, welche Waffen er mitnimmt?
Sofort wanderten Carracáins Finger zu Crólair. Das musste mit! Behutsam legte er es auf seinen Kristalltisch. Dort funkelte es ihm freudig entgegen, und Carracáin wurde warm ums Herz.
Sooo, was für eine Rüstung nehme ich denn mit?
Nach mehrmaligem Auf- und Abschreiten an den Regalen entschied er sich für einen seiner meisterhaftesten Brustpanzer. Eine ganze Rüstung (von denen er natürlich auch mehrere hatte) sagte ihm nicht so zu, und er fand den Brustpanzer auch bequemer. Eine Klinge konnte nur sehr schwer eine Delle dort hinein schlagen, denn er hatte den Panzer so gefertigt, dass Stöße fast immer abrutschen, und nicht abprallten. Dies sah er als eine wichtige Eigenschaft an.
Außerdem gefiel ihm der Panzer von der Ästhetik her einfach. Damals, dachte er wehmütig zurück, damals hatte er ein besonderes Faible für Kristallsplitter gehabt. In Alles was er zu dieser Zeit geschmiedet hatte, waren Splitter aus Smaragden und Saphiren eingestreut, und verliehen dem entsprechenden Gegenstand einen blau-grünlichen Schimmer. Zusammen mit dem matten dunkelgrau sah das einfach perfekt aus. Und mit dem Efeumuster an den Rändern war er ebenfalls sehr zufrieden, dort hatte er natürlich überwiegend dunkelgrüne Kristalle verwendet, die dem Ganzen einen mysteriösen Hauch von Waldmagie anhefteten.
Des weiteren suchte er noch sehr sehr leichte Arm- und Beinschienen aus, die aus der gleichen Fertigungsreihe  wie der Brustpanzer kamen. Das passte ziemlich gut, nur fühlte er sich ein bisschen unbequem mit diesen Armschienen.

Kleidung hatte er nur sehr wenig. Ein paar Leichen in dem Gebirge hatte er Kleider abgenommen, aber besonders schick sah das nicht aus. Kritisch beäugte Carracáin einen alten, zerfledderten Mantel in seiner Hand... Naja, warum nicht? Nach einigem Überlegen, heftete er sich den Mantel mit einer schönen Brosche in Form zweier ineinander verschränkter Flügel auf den Brustpanzer.
Alle seine Kleider färbte er noch rabenschwarz, ihm gefiel die Farbe als Kleidung irgendwie. Hier ein paar Ketten, da eine leichte Schwertscheide, fertig.

Stolz trat Carracáin vor seinen Spiegelkristall. Hochmütig schaute ihn daraus ein sehniger, grimmiger Elb an. Bedrohlich senkte er den Kopf und zog langsam sein Schwert. Wow! Was war aus ihm geworden? Anscheinend machen Kleider wohl doch Leute, dachte er bei sich. Und wie sie Leute machten! Er hätte ein elbischer Hochfürst sein können, so edel sah ihn sein Spiegelbild an. Und dann dieses zeichnende Gesicht, umrahmt von wallenden, schwarzen Haaren! Aber irgendwas stimmte an seinem Gesicht noch nicht ganz. Mit dieser freien, gemarterten Gesichtshälfte wirkte er so... einsehbar. Also riss er ein Hemd in Fetzen, und machte daraus eine Schwarze Binde. Langsam zog er sie über sein Gesicht. Schräg verdeckte sie nun das meiste von der verdorbenen Haut, während die schwarzen Haare in Strähnen darüber fielen. Ja, das war es! So sah er gleich noch viel geheimnisvoller aus, so wollte er sich haben!
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Re:[Si]Carracáin, erster Charakter von CrystalPhoenix
« Antwort #7 am: 20. Okt 2009, 06:14 »
Später verließ er, immer noch beeindruckt von sich selbst, die Höhle durch einen Seitengang. Dieser war zwar ziemlich lang, und beschwerlich, aber dafür musste Carracáin nicht an der frischen Luft herumklettern. Er hatte immer seltener die Höhle verlassen, seit er die Brombeeren auch in der Grotte selbst anpflanzen konnte. Nach einem beträchtlichen Fußmarsch wischte Carracáin die Spinnweben vor dem Ausgang weg, und trat ins Freie.

Er befand sich nun in den Ausläufern des Waldes, der an seinen Berg grenzte. Hier hatte er ein paar mal gesessen (wie überall auf den Boden verstreute Blätter bezeugten) Aber... so richtig gefallen hatte es ihm hier nicht. Das alles erinnerte ihn nur an seine Kindheit im Nebelwald, und außerdem: Was war ein Baum schon gegen einen funkelnden Kristall? Er wusste, viele Elben würden das anders sehen, aber er sah es halt so. Und schließlich störte ihn auch das ganze Gewusel um ihn herum, wenn er in der Natur war. Er war die Stille der Berge gewöhnt, und dieser Wald dröhnte nur so von Leben. Ein paar hundert Meter weiter trat er auf eine Lichtung, die er schon kannte, und auf der er sich (wie überall wo er mehr als zwei mal hin ging) schon ein wenig eingerichtet hatte. Holz hatte die lustige Eigenschaft, sich ja völlig ohne Schmelze formen und bearbeiten zu lassen. Und zack, schon hatte er eine Sitzschale in Form einer Lilie gefertigt. Die weißen Lilien wuchsen aber auch so malerisch auf dieser Lichtung.

Doch diesmal wollte er sich hier nicht hinsetzen, und irgendetwas malen, oder einfach nur nachdenken! Nein, er wollte nochmal fühlen, wie es war, ein Schwert zu führen. In der Kristallhöhle hatte er sich ja strikt verboten, jemals mit einem Schwert oder einer anderen Waffe herumzufuchteln, aber hier waren ja nur Bäume...

Er hob Crólair über den Kopf und ließ es auf einen Baumstumpf niedersausen.

Das Gefühl kam überraschend, und es war auch keine schöne Empfindung. Solcherart Bewegung hatte Carracáin in den letzten 300 Jahren fast nie ausgeführt, seine Muskeln hatten sich ganz auf das Niedergehen eines Hammers eingestellt. Dem war nicht so. Das Schwert trieb sich zwei Handlängen in den Baumstumpf und Carracáin merkte fast keinen Widerstand. Es fühlte sich an, als ob der Hieb ins Leere gegangen wäre! Von der Wucht erfasst, stolperte Carracáin nach vorne, und seine Arme wurden mitgerissen, was ein schmerzhaftes Kribbeln in beiden seinen Armen zur Folge hatte.
Überrascht ließ er das Kriegswerkzeug los, und rieb sich stöhnend seine Arme. Nein, das war nichts für ihn!
Man muss ja auch nicht alles können. Und mit so einem Schwert an der Seite wird man doch eh nicht angegriffen...
Plötzlich schoss Carracáin durch den Kopf, dass ein Menschenschädel wohl auch nicht sonderlich schwieriger zu spalten wäre.. Er sah das blutrünstig schillernde Schwert in dem Stumpf stecken.
Ihm wurde schlecht.

Langsam fasste er sich, und trat an Crólair heran, um es herauszuziehen. Dabei blickte er auf den Griff des Schwertes: Das durchgestrichene Auge schaute ihn böse an. Es kam ihm vor, als würde der Vogel grimmig seine Lippen verziehen.
„Nein Nein, bis an dir Blut herunterläuft, wird eine Menge Zeit vergehen, mein Freund.“ sagte er dem Schwert lächelnd. Als er es umdrehte schaute ihn das heile Auge nachdenklich und melancholisch an.
Ich werd hier noch verrückt!


Plötzlich hörte er etwas, was er schon lange nicht mehr gehört hatte.
Stimmen.




Er erkannte an der Sprache, dass es sich um Ostlinge handeln müsste, aber was war schon an ein paar herum streifenden Ostlingen so schlimm?

In der nächsten Stunde würde Carracáin leider schmerzhaft lernen, dass sich die Welt weiter dreht, auch wenn man selbst in einer Grotte das Schmiedehandwerk vervollkommnt.

Das war jetzt der Moment, in dem Carracáin sich der Außenwelt zeigen würde! Lächelnd trat er den Stimmen entgegen, da brachen auch schon die ersten Ostlinge aus dem Unterholz hervor.
Sie standen sich gegenüber. Die Ostlinge waren zu zehnt, und hinter ihnen tauchten... Orks auf?
Warum waren Orks hier?
Orks waren böse.

Die Kämpfer (und es waren Kämpfer, wie man an den langen Schwertern und den Speeren in ihren Händen deutlich erkennen konnte) verständigten sich untereinander und deuteten dabei wild gestikulierend auf Crólair. Nervös betrachtete der schwarzgewandete Elb das Schwert in seiner Hand... Vielleicht sah das jetzt nicht so friedlich aus, wie seine Absichten waren...

Ein Ostling trat vor. Er hatte Silberintarsien auf seinem Helm, und schien hier das Wort zu haben.
Er sagte etwas in Ostlingsprache. Carracáin war hilflos, er verstand diese Sprache nicht, und er hatte keine Ahnung wie er sich verständigen sollte!
Dann versuchte der Ostling es aber mit brüchigem Elbisch, und das wiederum verstand Carracáin.
„Kannst du das jetzt verstehen, hm?“, raunzte der Krieger
„Ja, ich verstehe dich.“gab Carracáin erleichtert zurück.
„Was tut eine Ostlingpatrouille mit Orks denn hier in den Bergen?“
„Wir.. wir sind keine Patrouille, Elb! Wir sind Krieger!“, und mit diesen Worten schlug der Mann sich auf seinen Brustharnisch.
„Wir sind hier um zu kämpfen!“
„Gegen wen denn? Die Orks da? Ach so, das sind sicher eure Gefangenen, nicht?“, Carracáin fühlte sich jetzt schon wieder etwas sicherer, auch wenn er nicht verstand, wozu man Orks als Gefangene brauchte,
„Nein“
„Wie... Nein?“
„Das sind unsere Verbündete. Und du bist unser Gefangener“ Die Krieger im Hintergrund verzogen ihre Gesichter zu einem bösen Grinsen.
„Häh? Wie... was... warum ich?“ Carracáin kam nicht mehr ganz mit ihm mit.
„Wir haben dem schwarzen Herrscher die Treue geschworen! Er ist die Macht, die Mittelerde beherrschen wird! Und wir sind hier, um ein paar Elbendörfer zu brandschatzen!“ Die Orks bleckten die Zähne. „Und dein Schwert funkelt so nett in der Sonne... Gib es uns, und du kommst davon, hm wie wär das?“
Panik wallte in Carracáin auf! Diese Krieger die ihm da gegenüberstanden waren Feinde! Er wusste nicht wie es dazu gekommen war, aber er musste hier irgendwie weg. Crólair konnte er auf jeden Fall nicht abgeben.
Statt zu antworten, hieb er mit einem Schrei auf den Anführer ein! Das Schwert zerteilte den Helm, und fuhr noch weiter in den Schädel hinein, bis es unter dem linken Ohr (oder wo das Ohr hätte sein müssen, der Mann hatte ja einen Helm auf) wieder austrat. Beide Augen blickten Carracáin verständnislos an, bis die eine Hälfte des Kopfes schräg wegrutschte und dem Kämpfer von der Schulter fiel.
Eine Sekunde noch blieb der fast enthauptete Körper mit offenem Mund stehen, dann knickte das rechte Bein ein, und er sackte zu Boden.
Die Orks und Krieger glotzten Carracáin an. Carracáin glotzte den halben Kopf an.
Dann rannte er weg.

Hechelnd hetzte Carracáin durch den Wald.
Mist, Mist, Mist! Ich hab einen ganzen Zug ausgebildeter Krieger hinter mir und kann nicht kämpfen!
Hinter sich ertönten wütende Rufe, Orkgeheul und Ästeknacken.
Verdammt! Ich muss sie abschütteln! Ich muss in die Höhle!
Atemlos schlug Carracáin Haken und rannte auf den Felsspalt zu, aus dem er ins Freie gekommen war.
Er war seit ein paar hundert Jahren fast nie mehr gerannt, schon jetzt gaben die Beine unter ihm fast nach! Also stemmte er Crólair in eine Ritze in der Decke und warf sich gegen das im Stein hängende Schwert. Es krachte.
Mit einem Hechtsprung schaffte er es noch, dem Steinschlag zu entgehen, und in den Gang zu gelangen.
Die bin ich los! Bis die da durch sind dauert es Stunden!
Er wusste aber auch: Es würde Stunden dauern, durch den Felsgang zu wandern.

Nach diesen besagten Stunden fand er sich keuchend in seiner Höhle ein. Er spürte es: Das war der Zeitpunkt. Das war der Anstoß, der ihm gefehlt hatte, und mit dem er seine Wanderung zum Erebor beginnen würde!
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Re:[Si]Carracáin, erster Charakter von CrystalPhoenix
« Antwort #8 am: 21. Okt 2009, 07:04 »
Lächelnd eilte er zu einem Steinpodest, auf dem seine Reiseausrüstung bereit stand. Schnell warf er sich den Mantel über die Schultern und knüpfte ihn mit seiner Brosche an. Dann begann er, seinen Beutel zu füllen. Diesen hatte er fast unbeschädigt einem toten Wanderer abgenommen, und ihn -natürlich- schwarz gefärbt. Der Beutel bot ziemlich viel Platz, und hatte sogar mehrere Fächer! In eines legte Carracáin seine Zeichen- und Schreibutensilien. Das waren eine Metallbox mit Blättern und Feder, ein Metallkasten mit 30 verschiedenen Glasfarbtöpfchen, eine große, mit Stahl verstärkte Quarzflasche schwarzer, leicht Indigo, und im Licht blau reflexierender Tinte und ein Quarzkasten, der in mehrere Fächer unterteilt war, und in dem verschiedenfarbiges Kristallpulver untergebracht war. Die Feder hatte er natürlich von dem Raben, und sie war sehr elegant und weich.
In das zweite Fach, packte er alle möglichen Schmiedewerkzeuge, von denen er dachte, dass man sie nur hier in seiner Höhle finden könne. Ein Metallschneidemesser,  mehrere (zum Glück relativ leichte Zangen), ein paar alchemistische Mittel, die er für die Farbherstellung verwendete, und allerlei Zeugs, das er für das Schmieden sehr wichtig fand. Einen Hammer nahm er natürlich nicht mit, wer schleppt schon einen Hammer mit sich herum.
Das dritte Fach, das Hauptfach wurde schnell mit einigen seiner Meisterwerke der Schmiedekunst gefüllt. Das reichte von Skulpturen bis hin zu einem Helm in der Form eines federbesetzten Schlangenkopfes.
In das letzte Fach stopfte er alles, was er meinte, so zum Überleben zu brauchen. Konservierte Beeren, eine Flasche kristallklares Quellwasser, Medizin und einen Beutel voll von Kristallen, Edelsteinen, Schmuck und Geschmeide. Er wollte kein armer Schmied, sondern ein legendärer, unerreichter Schmied sein. Da musste man schon gleich das nötige Kleingeld für das richtige Material haben.
Natürlich schnürte er auch noch eine Lagerstätte (Sack) an seinen Rucksack um nicht auf dem Boden schlafen zu müssen. Er vertraute aber darauf, in Gasthäusern übernachten zu können.

Zum Schluss legte er noch ein Bild seiner Höhle und einen Spiegel mit ins Gepäck. Dann band er sich Crólair um, legte die schwarze Binde über sein Gesicht, schnürte die Stiefel fest und atmete die Mittagsluft.
 
Es geht los!


Doch kaum trat er auf den Ausgang der Höhle zu, gefror ihm das Blut in seinen Adern.
Er konnte sie hören.
Er hörte Orkgekreisch.

Blitzschnell schaltete er: Der Albtraum war noch nicht vorbei! Sie waren anscheinend durchgebrochen, waren gerannt, und hatten ihn verfolgt! Und er hatte hier herum getrödelt und seelenruhig seine Sachen gepackt! Er musste etwas tun!
Und er wusste, was.

Der Gedanke daran drehte ihm den Magen um. Er würde diese Höhle nie wieder sehen. Er würde nie mehr den Rauch des Vorabends durch seine Nase ziehen. Er würde NIE MEHR in den glühenden Feuern der Schmelzöfen und in dem rasenden Lichterspiel der Kristallformationen, unter der riesigen Kuppeldecke aus Stalagtiten, glühende Stangen Stahl falten.
Nie mehr.

Nie mehr.

Doch er musste es tun. Er konnte diese... Kreaturen nicht in diese Höhle, seine Höhle einfallen lassen!!

Also rannte er die Wendeltreppe zu seinem Schlafpodest hoch. Dort, direkt in seinem Zeichentisch, war eine Eisenkette eingelassen. Er hatte sie durch eine natürliche Höhlung verlegt. Seine Hand umfasste den glattpolierten Griff aus Rubin, der ihm bedrohlich entgegenfunkelte.
Nein!
Zitternd riss er die Hand von dem Griff weg! Sollte er das alles hinter sich lassen?
Doch!
Er konnte doch nicht zulassen, dass diese Horden hier in die Höhle kamen!
Nein!
Aber...!

E trieb sich einen spitzen Kristall durch die Hand! Der Schmerz brachte ihn  wieder zur Besinnung.
Jetzt konnte er wieder rational denken!
Und rational gesehen, war die Sache klar.

Er legte die blutüberströmten Finger seiner Hand um den Griff, und zog.

Die Kette rasselte tief unter ihm, und zog einen Damm des Flusses auf. Wasser floss in einen der Hochöfen, und Dampf füllte die gesamte Grotte. Mit tränennassem Gesicht sah Carracáin, wie der Dampf durch Rohre geleitet wurden, die durch den Kettenzug ebenfalls geöffnet wurden. Langsam begann er, die Wendeltreppe hinunterzustaksen.
Der Dampf fing sich in zwei riesigen Quarzbehältern, beide groß wie Pferde, die in der Wand über den beiden Eingängen- dem Haupteingang und dem Nebengang, aus dem jetzt auch Schwertergeklirr zu hören war- eingelassen waren.
Jetzt hastete Carracáin zum Eingang, er wusste, jede Sekunde die er jetzt verlor könnte tödlich sein! Die letzten zwanzig Meter legte er im gestreckten Galopp zurück, die Behälter zischten und ächzten als sie immer weiter mit dem heißen Dampf vollgepumpt wurden, Carracáin stieß sich mit seinem rechten Fuß ab-

...und wurde von einer gewaltigen Kraft am Rücken erfasst und gegen die Wand des Ganges geschleudert.

Es war vorbei.

Die Minen von Cristálon waren Geschichte.

Er wusste zwar, im Innern waren sie noch intakt, aber sich durch eine meterdicke Fels und Geröllschicht zu graben... Das würden nur die wenigsten. Außerdem war er der Einzige, der wusste wo sie lagen, wo sie gelegen hatten, und jeder andere würde nur einen eingestürzten Gang sehen.

Ein letztes Mal noch blickte Carracáin von seinem Brombeeren-Plateau auf den Düsterwald hinunter. Am anderen Ende konnte er Dol Guldur erspähen. Darüber brauten sich schwarze Wolken zusammen, und ihm lief es eiskalt den Rücken herunter. Die Welt hatte sich verändert.
Doch er auch.

Und so begann der letzte Schmied von Cristálon seine Reise, die ihn zu den Zwergen führen sollte.
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Re:[Si]Carracáin, erster Charakter von CrystalPhoenix
« Antwort #9 am: 23. Okt 2009, 06:57 »
Carracáin starrte in die rußende Flamme.  Die Talgkerze vor ihm stand neben einem Teller Suppe, den er beiseite geschoben hatte. Der Tisch, auf dem sowie Suppe, als auch Kerze platziert waren, befand sich in einem verrauchten und matt von Kerzenlicht beleuchtetem Raum, eigentlich in der Ecke des Raumes, dort, wo es am dunkelsten war. Carracáin hatte sich von der lärmenden Menge am Bartresen weggesetzt, ihm war nicht wohl dabei, zwischen Menschen zu sitzen.

Er saß im „Durstigen Eber“, einer Taverne, wie es sie oft auf der Strecke zwischen dem Düsterwald und dem Erebor gab. Morgen würde er ankommen. Morgen würde er in der Hauptstadt der Schmiede  Zuflucht finden, der einzigen Stadt, wo man seinem Können Respekt zollen würde!
Dieses Schankhaus hier war eines der dreckigsten, von denen, in denen er auf seiner Reise übernachtet hatte. Zwei Wochen war er gewandert, doch bald war er am Ziel.
Carracáin lehnte sich zurück, seine schwarzen Haare fielen ihm aus der Stirn.
Zwei Wochen...
In diesen zwei Wochen hatte er mehr erlebt, als in den letzten 300 Jahren. Er hatte Zwerge kennengelernt, Freunde sterben gesehen, und an seinem Körper selbst hatte sich auch etwas verändert.

„So, du kleines Luder, komm her zu einem alten Kämpen, er braucht etwas Zärtlichkeit!“ Dreckiges Gelächter folgten auf diesen Ausruf eines Menschen, der wirklich hässlich aussah, fand Carracáin. Er fühlte sich gestört, vor allem von der darauf folgenden Hetzjagd auf eine Frau, die anscheinend zu einigen Flüchtlingen gehörte.
Warum tun Menschen so etwas? Warum... singt er ihr nicht ein Minnelied oder schenkt ihr etwas?
Carracáin schüttelte den Kopf. Menschen waren so unzivilisiert.
Mittlerweile hatte die Söldnertruppe, zu der der „alte Kämpe“ gehörte bekommen was sie wollte. Der Mann hielt die Frau in seinen schmierigen Händen, und sie schrie aus Leibeskräften.
Carracáins Stirn legte sich in Falten. Das ging so langsam zu weit.
Die schmutzigen Hände grabschten an das Kleid der Dame. Sie war nicht älter als 19...

Nein, das geht mich nichts an. Menschen gehen mich nichts an. Ich will nicht Aufsehen erregen. Sollen sie sich doch vergnügen

Das Mädchen schrie um Hilfe.

Ächzend erhob sich Carracáin vom Stuhl. Diese Leute störten einfach, und sollten ruhig sein.
Der Söldner sah sich nach ihm um.
„Was willst du, Hänfling?“, blaffte er den Elb an.
Carracáin schwieg.
„Heh, antworte mir, du halbe Portion! Keinen Mund oder was?“ Gelächter stärkte dem Trunkenbold den Rücken. Inzwischen war es still geworden, jeder schielte zu Carracáin. Die Leute in der Schenke hatten alle Angst, sich zwischen den dreckigen Kerl und seine Beute zu stellen, aber sie würden Carracáin helfen, sollte er versuchen das Mädchen zu retten. Auch dieses schaute jetzt hoffnungsvoll zu ihm auf.

Nein, es hat doch keinen Zweck.

Stumm nahm Carracáin wieder Platz. Aber der Söldner hatte ihn jetzt im Visier. Drohend ging er auf ihn zu:
„Keine Eier oder was? Was denkst du? Dass sich der alte Manfred vor einem wie dir fürchtet? Du hast doch noch nichtmal `n Bart. Bist bestimmt so ein Muttersöhnchen, das zum ersten Mal in einer Kneipe sitzt.“ Aber keiner lachte.
Der schwarzgewandete Elb hatte sich inzwischen wieder von seinem Stuhl erhoben, und seinen Mantel beiseite geschlagen. Drohend blitzte Manfred das blutrote Schwert entgegen, und im Kerzenschein sah es aus, als würde Feuer an ihm herunterfließen.
Carracáin machte einen Schritt auf ihn zu.
Komm schon, fürchte dich! Ich hab keine Lust, weiter aufzufallen!
Nur Carracáin wusste, dass er die Waffe nicht ziehen, geschweige denn, damit kämpfen würde. Er konnte doch noch nicht einmal kämpfen!

Dummerweise hatte der Säufer keine Angst.
Mit einem Grunzen sprang er auf Carracáin zu und packte ihn am Hals. Das Mädchen schrie laut auf! „Helft ihm doch! Bitte! Helft ihm!“
Keiner half. Alle standen schweigend im Kreis um die beiden Männer und warteten darauf, dass einer den anderen bezwang.
Das Problem hierbei war: Carracáin konnte seinen Gegner nicht bezwingen, der andere war aber ganz nah dran, Ihn zu erledigen.
Doch der Elb wusste, dass er in so welchen Situationen noch ein Ass im Ärmel hatte.
Er wusste, was er sagen mussten.
Er wusste, was er tun musste.

Langsam bleckte er die Zähne, und strich sich die schwarzen Strähnen aus dem Gesicht. Dann legte er seine linke Hand an die Binde über seinem Gesicht, und riss sie weg.
Manfred blieb die Luft weg.

Hasserfüllt und mörderisch blinkte ihm ein Saphirauge entgegen, von schwarzen, dicken Adern umrahmt, und in Blut, das von dem Gesichtsschorf herunterlief, getränkt. 
„Manfred... sehe ich aus... wie ein...  `Muttersöhnchen´?“


Kreischend stieß Manfred das Ungeheuer, das nur ein halbes Gesicht hatte, von sich!
Er begann zu weinen, warf sich vor dem Elb auf den Boden, winselte um Gnade.

Das war leicht. Carracáin schmunzelte in sich hinein. Bei dem letzten Mann, der ihm aufdringlich wurde, musste er sich noch übers Gesicht kratzen, und die blutbeschmierte Hand auf dessen Arm legen. Wenn er aber jetzt aufhörte, wäre der Zauber wieder vorbei. Also zog er ganz langsam das Schwert aus seinem Gürtel, und fuhr mit der Zunge an der Schneide entlang, bevor er den Söldner wieder fixierte.

„Lauf!“

Und Manfred lief.

Innerlich ziemlich erleichtert, wandte sich Carracáin nun wieder zu seinem Tisch um, verband sich sein Gesicht, und schulterte seinen Rucksack. Dann drehte er sich zu der Frau, die zitternd am Boden lag. Er kniete sich zu ihr hin, legte die Hand unter ihr Kinn, und hob deren Kopf ein wenig an, sodass sie ihm in sein Gesicht sehen konnte. „Wie heißt du, Kind?“
„Yolanda.“, antwortete das verstörte Mädchen.
„Warum bist... du hier?“ 
„Ich und meine Eltern wohnten in einem Dorf, das von den Horden der Dunkelheit überfallen wurde“, stieß das Mädchen schüchtern hervor, „Wir waren die einzigen Überlebenden, und nun suchen wir Hilfe bei den Zwergen. Wir haben nichts, Herr, außer uns.“
Carracáin wusste nicht so recht was er sagen sollte. Dieses Mädchen hatte eine Ahnung davon, wie es war, etwas zu verlieren. „
Nun, Yolanda...“, er stockte, „ich wünsche dir Hoffnung... und Mut. Gib das deinen Eltern, es sollte ihnen helfen.“
Er drückte ihr ein paar Goldmünzen in die Hand. Pures Gold. Yolanda machte große Augen. Carracáin wollte sich schon umdrehen, da ertönte ihre zarte Stimme noch einmal:
„Herr!“
Ja?“
„Herr, was... was seid ihr? Warum habt ein Auge aus blauem Stein?“
Carracáins Gesichtszüge verhärteten sich. Sie wollte natürlich auch wissen, was mit seinem Gesicht los war, aber dieser Stein in seinem Auge war wohl noch etwas anderes. „Das ist... Das ist eine lange Geschichte, voll... von Verlust. Aber ich bin... ein Wesen mit... Gefühlen“, die Sprache der Menschen bereitete ihm Schwierigkeiten, und er wusste nicht ganz genau, wie er sich ausdrücken sollte,
„Und das... soll dich daran erinnern... dass meine Gedanken nicht taub, und... mein Herz nicht... verdreht ist.“
Mit diesen Worten schaute er ihr tief in ihre blauen Augen, und holte eine silberne, fein gefertigte Rose mit einer Blüte aus echtem Rubin aus seinem Umhang. Still legte er sie ihr in ihre bleichen Finger, und schloss diese um das Kunstwerk. „Auch wenn... ich.... nicht so aussehe.“

Es war andächtig still um sie geworden, und obwohl Carracáin nur geflüstert hatte, waren seine Worte zu den Ohren Aller gedrungen, und vielleicht sogar bis zu deren Herzen. Eine Frau in der hinteren Reihe kämpfte mit den Tränen, ein Mann legte dabei seinen Arm um ihre Schulter und barg ihr Gesicht in seinem Wams.

Langsam erhob sich Carracáin, strich Yolanda mit dem Handrücken seines schwarzen Handschuhs noch einmal über ihr weißes Gesicht, und wandte sich dann zur Tür. Als er begann, auf sie zuzugehen, traten die Menschen beiseite, und er schritt mit gesenktem Kopf durch eine Gasse von Leibern, der offenen Tür entgegen. Stumm ging er hindurch, sah sich nicht noch einmal um, trat hinaus in die Nacht und begann seine Wanderung unter einem klaren Sternenhimmel. Diese Nacht hatte ihn aufgewühlt, und Schlaf, würde er sicherlich keinen finden.
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Re:[Si]Carracáin, erster Charakter von CrystalPhoenix
« Antwort #10 am: 23. Okt 2009, 06:58 »
Wenn er wanderte, dann schlenderte er eher die Straße entlang, als richtig zu eilen. Außerdem ging er mit gesenktem Kopf, denn der Himmel machte ihm Angst. Er hasste den Sternenhimmel, denn er konnte nicht genau wissen, ob er noch auf der Straße lief... oder vielleicht schon im Himmel.
Im Moment grübelte er allerdings eh über etwas, da hatte er immer seinen Kopf gesenkt. Er grübelte über die Ereignisse im „Durstigen Eber“. Diese Frau...Yolanda. Sie hatte etwas in ihm geweckt, das er zwar vorher schon gekannt hatte, aber noch nie so impulsiv erlebt hatte: Mitleid.
Er hatte sich gefühlt, wie an jenem Tag, als der Schmetterling, dem er eine Skulptur gewidmet hatte, in das Schmiedefeuer flog.
Nein, nicht ganz. Diesmal hatte er verhindern können, dass er verbrannte! Diesmal konnte er ihn vor dem Feuer beschützen, sodass seine Schönheit nicht vergehen konnte, in den tödlichen Flammen. Ja, als er in die Augen des Mädchens geschaut hatte, da hatte er die Farbe der Schmettelingsflügel in ihnen gesehen. Und er hatte sie gerettet...
Stolz erfüllte seine Brust, und breitete sich wohlig in ihm aus. Ein Lächeln huschte über sein Gesicht.
Dann verfiel er wieder in seine Erinnerungen, wie er oft in sie verfiel, wenn er wanderte. Er dachte an die Zeit zurück, in der er sein zweites, künstliches Auge bekommen hatte. An den Zwerg Sionnach [Das schottische Wort für Fuchs], seinen Freund...

„Carracáin!“, rief Sionnach. „Komm aus den Federn! Ich will heute Abend noch in der Taverne ankommen! Noch eine Nacht hier in der Wildnis halte ich nicht aus!“
Ächzend schob sich Carracáin aus dem Sack, den er als Bett nutzte und blickte in ein, von einem zerstrubbeltem Bart umrahmtes Zwergengesicht. „Hoho, dass ihr Elbenköppe am Morgen auch aussehen könnt wie gerupfte Hennen, hätte ich nie gedacht!“, dröhnte er, mit einer Spur von Schalk in den Augen. „Wenigstens sehen wir nur am Morgen so aus!“, erwiderte Carracáin grinsend, und knuffte ihn in die Seite. „Das ist nur so, weil wir viel mehr Haare haben als ihr!“, protestierte der Zwerg entrüstet. Sie scherzten noch ein wenig, dann hatten sie gepackt, und befanden sich auf der Straße, die nach Erebor führte. Sie hatten sich vor ein paar Tagen kennengelernt, und waren ins Gespräch gekommen. Dabei hatte Sionnach Carracáin angesprochen, er selbst hätte wahrscheinlich nie einen Dialog angefangen. Sionnach war auf dem Weg zur Zwergenhauptstadt gewesen, weil er seine Dienste als Schmied dort anbieten wollte! Sofort war der Kerl Carracáin sympathisch, und schmieden konnte er tatsächlich nicht schlecht... für einen Zwerg. Unterwegs hatten sie noch ein paar Kniffe und Tricks ausgetauscht, und der Zwerg hatte ihm erklärt, wie man an die Schmiede der Hauptstadt herankäme...
Was Carracáin aber wirklich mit Sionnach verband, war eine gemeinsame, sehr schmerzhafte Erfahrung: Der Zwerg hatte ebenfalls nur ein Auge!
Er selbst hatte es sich versehentlich mit einem glühenden Eisen ausgestochen, und sah das sozusagen als „Lehrgeld“ für das an, was er gelernt hatte. Aber anders als Carracáin hatte er ein Glasauge! Vielmehr ein Saphirauge, denn es war aus jenem blauen Edelstein gefertigt, und im Innern zogen sich hauchdünne, blutrote Rubinfäden entlang. Der Elb war sofort begeistert von dem künstlichen Auge, das unter dem roten Bart hervorlugte. So eines würde er sich auch mal machen!

Sionnach sollte aber nie in Erebor ankommen.
Auf dem Weg wurden sie von Söldnern aus dem Osten überfallen. Dabei konnte Carracáin flüchten, Sionnach aber blieb zurück, um die Truppe aufzuhalten. Als der Elb dann nach ein paar Stunden mit einiger Verstärkung von einer Karawane, auf die er getroffen war, wiederkehrte, lag der Zwerg schon auf der Straße. Blut tropfte ihm von seinem Bart, und sein linker Arm war abgetrennt. Seinen Ekel bekämpfend kniete sich Carracáin zu ihm, und tupfte ihm mit einem Tuch das Blut von der Stirn.
„Carracáin“, ertönte die brechende Stimme des Zwergs.
„Carracáin... du kennst... mich wohl besser als andere Zwerge“, er spuckte Blut. „Denn... du hast die gleiche Seele wie meine *Hust Hust*. Nimm... Nimm mein Auge Carracáin. Dann... hast du mich immer im Kopf.“
Er lachte mit ersterbender Stimme. Er nahm er einen tiefen Atemzug... und mit einem Mal war die Luft aus ihm gewichen. Sein Kopf sackte zur Seite.
Er war tot.
Lachend und weinend rüttelte Carracáin an dem leblosen Körper, schrie ihn an, bettelte, doch alles half nichts. Da sank er zusammen, an dem Sterbebett seines einzigen Freundes seit 300 Jahren.

Als er wieder erwacht war, war in Carracáins Kopf alles klar, der Nebel über seinen Gedanken hatte sich gehoben. Das Schicksal war gegen ihn. Es ließ ihn eine Sache verlieren, sich dann auf eine neue stürzen und nur für diese zu Leben, um sie ihm gleich darauf wieder zu entreißen. Es war einfach grausam. Doch er musste sich wohl damit abfinden.

Carracáin war eine Träne über die rechte Wange gelaufen. Vorsichtig befühlte er das Auge seines Freundes. Ja, er hatte ihn immer im Kopf.

Mit diesem Gedanken trat er vor den Berg, zu dem er in der Zeit seiner Gedankenschweife gekommen war.

Erebor.

Und ein neues Kapitel im Leben Carracaíns, dem Einäugigen Elben, wurde aufgeblättert
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Re:[Si]Carracáin, erster Charakter von CrystalPhoenix
« Antwort #11 am: 25. Okt 2009, 00:38 »
Ich schreib mal hier rein, wenn das ins Feedback rein soll, dann lösch ich den Eintrag und schreib den auch in das entsprechende Subforum, ok?

Wow.

Vielen vielen Dank!
Ich hoffe, die Dankesbekundung in dem thread ist genug, Chaos, aber ich hab mich wirklich riesig gefreut, dass das alles so gut geklappt hat! Wirklich Klasse! *beeindruckt sei*  :)
Danke auch noch, dass du mir meine Posts auch noch sortiert hast, ich hab mich nicht getraut ein Feedback aufzumachen, da ich dachte, das wäre nur für angenommene Charaktere...

Hatte irgendjemand von den 200 Zuschauern den Schneid, sich alles durchzulesen? :D

Ich hoffe, es wurde bis jetzt noch nichts zu dem Charakter gesagt, um den Geschichtsfluss nicht zu unterbrechen, ansonsten wärs jetzt mal so langsam Zeit^^

CrystalPhoenix

PS: Ich hab auch schon die erste Seiten von meinem Zweiten Charakter fertig *gg*^^
Aber da gedulde ich mich noch, keine Angst :D


Das hier ist mein RPG Charakter Carracáin, und das hier ist sein momentaner Standort.

Noch ein Glas, ich denk nur an dich,
Noch ein Glas und ich vergesse mich!
Noch ein Glas, ich denk nur an mich,
Ein letztes Glas und ich vergesse dich!

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Re:[Si]Carracáin, erster Charakter von CrystalPhoenix
« Antwort #12 am: 30. Okt 2009, 16:31 »
Moin, hier der moderative Post (viel kürzer als erwartet ^^)  Falls ich mal Zeit für den Userpost habe wird er vielleicht die erwartete Länge haben, nur dann bricht wohl das Forum auseinander  :P

Allgemeines
Die Höhle ist am Ende eventuell etwas zu modern und anspruchsvoll (In dem Sinne, dass ein einzelner schon allein köperlich Probleme beim Errichten haben könnte) eingerichtet, aber es passt zum Charakter und ist nicht so eindeutig oder so schrecklich, dass es ein Problem für die Annahme darstellen könnte.

Charakterbogen:
Die Frage die jeder Char mit solchem Charakterbogen erhält: Wie stellst du dir den Umgang mit anderen und deine Beteiligung an der Story vor? Aktuell ist das Geschehen sehr kriegerisch dominiert, auch wenn es später viele Möglichkeiten geben wird sich anders nützlich zu machen bleibt es in beiden Storyrichtungen zu Beginn sehr kriegstreiberisch mit Hang zur Paranoia bei allen Beteiligten. Da sind auffällige Minderheiten, die kaum mitkämpfen nicht die "am freundlichsten aufgenommen Personen".
Auch wenn ich nach der Story schon Vorstellungen habe würde ich trotzdem gerne einen kurzen Kommentar darüber haben, denn das könnte sonst plöd enden :(

Nach (ausführlichem) Lesen bleibt noch eine weitere Frage offen:
1. Wie kann man nach Jahrhunderte langem Schmieden keine monströsen Oberarmmuskeln haben?

Teil I
Passt soweit, nur der Familienname sollte noch rein, Lücken sind pöhse ;)
Falls du keinen Elbenexperten hier im Forum findest (Ich bin keiner, nach dem 1. ZA war mir ihr Saubermann-Image in den Büchern zu bäh :() kannst du auch per Google nach Elbischen Wörterbüchern suchen (Es gibt dutzende für jede Elbische Sprachrichtung) und dir selbst einen Namen zusammenwürfeln, auch wenn es eine tolkiensche Ahnenreihe geben sollte bezweifle ich, dass dort jede einzelne Familie eingezeichnet wäre, also wäre dies auch lediglich eine logische Erweiterung der Charaktere.

Teil II
Passt.

Teil III
Passt.

Teil IV
Passt.

Teil V
Passt.

Teil VI
Passt. (Hey, mach mich nicht arbeitslos ;))

Teil VII
Passt.

Teil VIII
Passt. Nur wie groß ist das Rucksackdingens  :o

Teil IX
Passt.

Teil X
Passt inhaltlich, die Namen hören sich zwar alles andere als Mittelerdisch an, aber Namen sind ja eh nur Schall und Rauch ^^
Richtig negativ ist lediglich, dass ich noch ein ähnliches Konzept ausspielen wollte QQ

Teil XI
Passt. Je nachdem wie dein Einstieg kommt würde ich jedoch dazu raten entweder einen Verbindungspost Charakter-Carrac<->Story-Carrac zu machen oder an passender Stelle noch einen Absatz zum Einstieg hinzuzufügen, der Beginn könnte sonst etwas holprig werden.
________________________ ________
Ich habe bis zur Antwort fertig

/edit: Meine Grinsekeksi-Auswahl war ja unter aller Sau...
« Letzte Änderung: 30. Okt 2009, 16:42 von The Chaosnight »
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CrystalPhoenix

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Re:[Si]Carracáin, erster Charakter von CrystalPhoenix
« Antwort #13 am: 30. Okt 2009, 17:10 »
Schön, dass das alles passt xD

Ja, Yolanda hört sich echt nicht nach Tolkien an, aber das ist die Fast-Erwähnung meiner Freundin... Ich habs ihr versprochen^^

Und, es tut mir leid, dass ich dir das Konzept weggeschnappt hab xD

Gut... dann nenne ich die Familie Alqamath, in ordnung?

Das mit den oberarmmuskeln ist mir auch schon durch den Kopf gegangen. Aber die ganzen elbischen Schwertkämpder sind ja auch nicht gerade die muskelbepackesten Gesellen. Außerdem verbringt er nicht die ganzen dreihundert Jahre mit stupidem Draukloppen auf eine Metallplatte. Er betätigt sich ja auch künstlerisch. Zum Beispielist der Golfwald, den er vor seinem Fenster anlegte kaum mit einem Hammer und großem Kraftaufwand entstanden. (glaube ich, dazu müsste man mal einen Goldschmied fragen)

Der Rucksack ist fett^^ Kennst du diese richtig großen Wanderrucksäcke? so einen: http://www.rangertravel.de/shop/images/products/0221/jack_wolfskin_ag_1223623132.jpg
nur ein kleines bisschen größer.
Das Bild ist von der Seite http://www.preissuchmaschine.de und ich habe keinerlei Rechte daran

Zu der Charakterbogenfrage:
Ich hatte mir das so vorgsetellt, dass Carracáin sich dort als Schmied betätigt (In einem Heerlager gibt es glaube ich auch immer ein paar Waffenschmiede) und die Kämpfer mit seinen Waffen beeindruckt, was ihm dann einen relativ guten Ruf (außer bei den anderen Schmieden) einbringt. In der Schlacht könnte er ja mit einem Wagen an dem Rand des Schlachtfeldes stehen, und seine Ausrüstung aufs Feld schicken (Wer den Film Matrix Revolutions gesehen hat: So wie die, die neue Munition zu den Kämpfern gebracht haben, als sie Zion verteidigten)
Dann wollte ich auch noch eine Begegnung mit jemandem einbauen, der eines von Carracáins Schwerter gebrauchte, um Verbrechen zu begehen. Das sollte ihm dann die Augen öffnen, dass seine Waffen eben immer noch Waffen sind. Zusätzlich könnte man auch noch ein paar Frauen mit hinzunehmen, die von Carracáins Zeichnungen beeindruckt sind und ihm sein Herz verwirren, und und und....

CrystalPhoenix

PS: Ich merke, wie ich mir deine "Eher unwichtige, das Schriftbild störende oder dem Thema unpassende Beiträge schreibe ich klein" Angewohnheit zu Eigen mache^^ Ich hoffe du hast kein Problem damit xD

Das hier ist mein RPG Charakter Carracáin, und das hier ist sein momentaner Standort.

Noch ein Glas, ich denk nur an dich,
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Re:[Si]Carracáin, erster Charakter von CrystalPhoenix
« Antwort #14 am: 30. Okt 2009, 17:44 »
Dann passt soweit alles. Angenommen.

_______________________
Aber nun zum großem Offtopic, da das Thema durch ist ^^

Der Rucksack ist mir wohl bekannt, gute Stoffqualität und Füllvermögen, leider waren die Gurte und Seitentaschen nicht das optimalste, weshalb ich jetzt einen etwas Großfahrtentauglicheren habe, aber für Hajks und kleinere Fahrten ist er immer noch einer der Besten, das Eigengewicht haut da einiges raus, mein Größerer ist dank der Stabilität nicht gerade der leichteste.

Matrix ist ab Teil II nur noch in der Bedeutungsebene toll, Handlungsmäßig wurde es leider zu einem (zugegebenermaßen hochwertigen) Kampffestspiel, das durch Schauspieler mit dem Frodo-Syndrom (Auch LSD genannt) und tollen, sinnvollen Dialogen gefüllt wurde und verglichen mit Teil I gewaltig nachließ, ohne Philosophieunterricht und genügend Zeit wäre ich seeeehr enttäuscht darüber. Smithie ist da eine riesige Ausnahme, der ist einfach awesome, wie mit Abstrichen noch einige andere Figürchen, aber gerade die Hauptrollen bleiben eher blass oder kommen einfach nicht überzeugend rüber. Die angesprochene Schlacht hatte einige schöne (und weniger schöne Schöne ;)) Szenen, irgendwann wurde es aber einfach zu viel, ich habe nichts gegen sinnloses und langes Gemetzel in Filmen, es sollte aber ins Gesamtbild passen und nicht teilweise wie pures Ausfüllen aussehen.

Und es ist schön wenn andere meine Eigenarten kopieren, wenn die ganze Welt wie ich bin schlage ich alle durch Erfahrung und übernehme die Herrschaft *muhaha*
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